Church building / Kirchengebäude in Thembalethu

... God has chosen the weak things of the world to confound the things which are mighty; And base things of the world, and things which are despised, has God chosen ... (1Cor 1:27.28) p>p>p>

Freitag, 15. Oktober 2010

Reisebericht Lesotho, Teil 3 von 3 - "Was wollen wir nun hierzu sagen?" *

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 * Römer 8,31

Als ob meine Erlebnisse für mich nicht schon atemberaubend genug gewesen wären. Aber 2 Begebenheiten, die mich bewegt haben, will ich noch flugs schildern.


1. Das Frauengefängnis von Maseru

Frauengefängnis von Außen
Zu Beginn unseres Aufenthaltes, am Montag, nahm mich Pastor Lechesa mit zur Anstaltsleiterin, um dort eine Erlaubnis für das Abhalten eines Gottesdienstes einzuholen. Auch für ihn war es die erste Begegnung mit dem Frauenknast.

Die Anstaltsleiterin sagte zu und so durften wir 2 Tage später, also am Mittwoch, unser Ansinnen umsetzen.

Tafel als Anwesenheitsliste.
Wie auf der Tafel zu sehen ist und mir später bestätigt wurde, werden Mörderinnen, Sicherheitsverwahrte, leichte Fälle und Untersuchungsgefangene alle in der gleichen Anstalt untergebracht.

Gebäude, in dem der Gottesdienst abgehalten wurde.
Die ersten Fotos habe ich ungefragt geknipst, für die späteren vom Mittwoch, habe ich eine Erlaubnis eingeholt.

Normalerweise kann man kein Handy ins Gefängnis mitnehmen und Fotos fertigen erst recht nicht, aber irgendwie ging es für mich an diesem Tag und so bekommt man wenigstens einen kleinen Eindruck.

Ein Teil der 12 anwesenden Wärterinnen
Die Regeln während des Zusammentreffens mit den Insassen waren naturgemäß streng. Abstand zu den Gefangenen halten, keine Gegenstände übergeben usw.

Außer den jungen Männern Marc und Gideon waren wir alle im Gefängnis und haben den Damen Zeugnis gegeben ("Zeugnis" nennen Christen ihre Lebensgeschichte mit dem Bericht, wie Jesus ihr Leben verändert hat). Zudem gab es ein paar geistliche Impulse und Gesang.

v.l.n.r.: Jan, Chris, Martin
Von Anfang an war der Geist Gottes zu spüren - und zwar stark. Martin, Willie und ich hatten ständig Tränen in den Augen (vielleicht auch noch andere, von denen ich es nicht weiß). 

Als es schließlich zu einem Aufruf zur Lebensübergabe kam, standen fast alle der etwa 50 weiblichen Gefangenen auf.

Dazu noch die Hälfte der Wärterinnen, die wir bewusst in den Aufruf mit eingeschlossen hatten!

Da schossen die Tränen nur so. Das ist ja unglaublich.

Ein Teil der Gefangenen
Eine Wärterin richtete das Wort an uns und zeigte ihre Dankbarkeit. Mir wurde wie gesagt erlaubt, ein paar Fotos zu machen und überdies durften wir uns den Insassen nähern. Es ging so aus, dass alle von uns jede der Gefangenen im Arm hatte und die meisten der Wärterinnen wurden ebenso herzlich verabschiedet.

Willie im weißen Hemd
Am Ende war es so, dass es einen sensationellen "Gefangenenchor" mit afrikanischem Gospel gab, wenn auch nicht aus Nabucco - dennoch absolut gänsehautförderlich. Dazu gab es Tanz von Allen, einschließlich unserer beiden "Tannies" mit über 70! 


Jesus hat an diesem Tag eine Freiheit hinter Gittern beschert, das war kaum zu fassen. Die Atmosphäre kann ich nicht im Blog transportieren, aber es war ein absolut unvergessliches Ereignis (schon wieder eines für mich).

Karli: "die gelungene Veranstaltung nahm einen insgesamt fairen Verlauf." :-)


 

2. God Bless the King of Lesotho

Das letzte Ereignis einer unglaublichen Woche, das ich schildern möchte, fand am letzten Tag statt. Zweiundzwanzig 16-sitzige Kleinbusse wurden von der "Maseru Star Taxi Association" und der "Boliba Savings Bank" für den öffentlichen Personennahverkehr gestiftet.



22 brandneue Kleinbusse
Kurz vor dem Beginn der Zeremonie kam Lechesa zu Chris und mir und fragte: "Wer von euch beiden spricht ein Gebet und segnet ..."

Diesmal war ich blitzschnell, deutete auf den Pastor und rief "Chris!"

Puh. Entronnen!



Abgesperrter Kundgebungsplatz in Maseru-Stadtmitte

Nach ein paar Minuten hieß es allerdings, es würde noch eine weitere Person für ein Gebet gebraucht und so war ich wieder gefangen. 

Weniger als 5 Minuten später hieß es, aus "ablauforganisatorischen" Gründen, es würde doch nur ein Beter benötigt. Plötzlich war ICH es, der den Hut wieder aufhatte und Chris war raus. Wie konnte das passieren?


Fernsehkameras und Radiomikrofone werden platziert.
Nicht nur das. Zunehmend wurde mir bewusst, dass das, was hier vor sich geht, ein Ereignis von nationaler Tragweite ist. Radio- und TV-Equipment wurde installiert und hochrangige Persönlichkeiten trafen ein.


Der Verkehrsminister von Lesotho, der "Ehrenwerte Mr. Ts'ele Chakela" trifft ein.
Begrüßt vom Polizeichef.
Oje, oje! Das war nun gar nicht meine Welt. Ich hatte keine Zeit, mir einen Fluchtplan auszudenken. Lechesa nahm mich mit zum Mikrofon und sprach selbst eine kurze Predigt von etwa 5 Minuten.

Dann hatte ich das Mikro in der Hand und die Kameras vor mir. "Herr, hilf!".


Erstaunlich, ich kann mich nicht mehr erinnern, was ich alles sagte. Klar, ein paar Dankesworte an die Personen, die dafür verantwortlich waren, dass die Verkehrssicherheit auf Maserus Straßen und der Komfort für die Fahrgäste erhöht wird. Und über Jesus, der den unsichtbaren 17. Platz besetzt. 

Ansonsten: "... ? ..."


Was ich noch weiß, dass ich den König, die Regierung und die Einwohner von Lesotho gesegnet habe. Das hatte ich mir weder ausgedacht, noch vorgenommen. Das kam so heraus - beinahe, als wäre es nicht von mir.


"Herr, hilf!" - und Er hilft!
Zelt mit der Prominenz

Ich darf zugeben, dass mir hinterher, als ich im Zelt Platz nahm, einen Moment die Knie geschlottert haben, als mir bewusst wurde, was da gerade geschehen war. 

Tja, was soll ich also sagen? Mir scheint, ich bin schon weit gekommen mit Jesus. Ins TV und ins Radio von Lesotho, Afrika, hätte ich es ohne Ihn allemal nicht gebracht. :-)

Ich sage nicht, dass es besonders erstrebenswert oder schwer ist, ins Fernsehen zu kommen. Ich rühme mich dessen auch nicht und da ich kein besonderer Freund des Mediums bin, kann ich es getrost bei dieser Erfahrung belassen. 

Aber es zeigt mir einmal mehr, dass Christ-Sein sehr spannend ist. In jedweder Beziehung.


Danke, Jesus!
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