Church building / Kirchengebäude in Thembalethu

... God has chosen the weak things of the world to confound the things which are mighty; And base things of the world, and things which are despised, has God chosen ... (1Cor 1:27.28) p>p>p>

Sonntag, 15. August 2010

Westley, das gestorbene Weizenkorn.

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Gestern wurde Westley beerdigt.

Von 10-13 Uhr wurde in einem größeren Townshiphaus in Nu Dawn Park, das als "Kirche" fungiert Gottesdienst abgehalten und dann fand bis 15.00 Uhr die Beerdigung auf einem kargen Friedhof statt.


Die Kargheit des zwischen Gewerbegebiet und Autobahnzufahrt gelegenen Friedhofs wird vielleicht an dem Foto unten deutlich, auf dem mit Wasser gefüllte Plastikflaschen die "Vasen" für ausgebleichte Plastikblumen darstellen.


Abgesehen davon: Es war die mit Abstand beeindruckendste Abschiedsveranstaltung, an der ich je teilnahm.

Es waren 4 Pastoren anwesend, die abwechselnd  Botschaften brachten. Zwei Pastoren berichteten, was Jesus aus ihrem Leben machte.

Das war geradezu eine Evangelisationsveranstaltung und es gab sogar einen Aufruf zur Lebensübergabe, nachdem man die Realität der Ewigkeit dargestellt hatte. Auch der Lobpreis kam von Herzen und war beeindruckend frisch und fröhlich. In Gedanken habe ich mir die Augen gerieben.

Ein Satz aus einer der Verkündigungen lautete ungefähr so:  

"Der Heilige Geist ist hier. Es die gleiche spürbare Gegenwart Gottes, wie bei einem Sonntagsgottesdienst, einer Hochzeit oder einer Taufe. Lobet den Herrn."

Wenn der blumengeschmückte Sarg nicht in meinem Sichtfeld gestanden hätte, wäre ich lange Zeit nicht auf die Idee gekommen, bei einer Trauerfeier, wie wir es nennen, teilzunehmen. Es war nicht zu vergleichen.


Wie wohl die Meisten nahm ich in Deutschland an Beerdigungen von Menschen teil, die vor ihrem Tod hie und da in die Kirche gingen und vielleicht einen Babytaufschein mit amtlichem Kirchenstempel hatten und Kirchensteuer bezahlten.
Aber ich begegnete niemandem, der Jesus kannte und so erlebte ich mit einer Ausnahme auch nur Beerdigungen von Atheisten oder Namenschristen.

Beerdigungen, bei denen der Pfarrer den Verblichenen entweder "in den Himmel geschmust" hat oder die Hinterbliebenen ohne begründete Hoffnung blieben, weil all ihr Sein und Denken ausschließlich auf die paar Jährchen Diesseits konzentriert war. Da blieb bei den Zurückgebliebenen am Ende nichts als Schmerz und Verzweiflung über den Verlust des Entschlafenen.

Der Pfarrer hat die traurige Angelegenheit oft stereotyp so moderiert:

"Von dann bis dann in der Soundso-Schule gewesen. Von - bis beim TSV XY gekickt. Zwei wohlgeratene Kinder erzogen. Überall beliebt und geschätzt. Auf der Arbeit 40 Jahre treu mit hohem Ansehen gewirkt und nach über 30 Jahren als Vorsitzender des " ... "  leider viel zu früh von uns gegangen." usw.
 
Ach, welch ein Jammer! Diese Beerdigungen waren für mich ja immer noch trauriger, als der Gedanke über den Verlust des geliebten Menschen selbst. Man hätte als unbeteiligter Gast schon beinahe suizidal werden können.

Ich möchte ja niemandem zu Nahe treten - es hat auch mit kulturellen Unterschieden zu tun. Doch wer das liest und sich zu gegebener Stunde daran erinnert: So möchte ich das definitiv nicht :-)

Nix für ungut, ich war etwas abgeschweift - zurück zum gleichwohl traurigen Anlass des Tagesgeschehens:

Wes (rechts) mit Mandy und Justin auf einem Foto 
vom 26. Juni vor dem Jugendgefängnis in Mosselbay

Ich nahm mit Rueben und Jeanné von der Ekklesia-Gemeinde als einzige Weiße an den Feierlichkeiten teil, weil beide Westley kannten und Rueben mit ihm am Pfingstsonntag, dem 23. Mai betete.

Mir persönlich lag Wes als Mensch am Herzen. Außerdem war es mein Herzensanliegen, ein Zeichen bei den Freunden im Township und von der Müllkippe zu setzen. Sie sollen erleben, dass Jesus mehr ist, als tote Religion und frommes Gerede.

Völlig überraschend bat mich mitten in der Veranstaltung Pastor Joey, den ich bis dahin nicht kannte, zur "Trauergemeinde" zu sprechen. Schreck. Also habe ich erzählt wie ich den hilfsbereiten und humorvollen Wes erlebt habe. Daneben lief es ziemlich auf eine Verkündigung der Liebe Gottes hinaus, glaube ich.

Irgendwie ist "es" oder "Er" mit mir irgendwann durchgegangen und ich habe zwei anwesende Männer, die ich als Gott gegenüber ablehnend kennen gelernt habe, direkt von der Plattform aus in Liebe angesprochen. Hups!

Der eine ist Justin, ein enger Freund des erstochenen Wes. Vor kurzem aus dem Knast entlassen und schon mit Rachegedanken für Westleys inhaftierten Mörder. Dennoch - auch ihn kenne ich abgesehen davon als liebenswerten jungen Mann.

Justin, auch auf dem Gruppenfoto oben

Bei dem anderen Mann handelte es sich um Gevin, einen rauen Macho-Burschen, über den ich mal am 8. Mai 2010 in dem Beitrag "Hollywood auf der Müllkippe" berichtete. Wann immer er mich sah, spürte ich seine Ablehnung mir gegenüber.
Irgendwie war ich in sein Territorium "Müllkippe" eingedrungen, in dem er das Sagen hat. Gevin ist es auch, der die Leute nachmittags für das Schrott sammeln entlohnt und wie ich höre, ist einiges nicht legal, was so abläuft. Offenbar war ich ein Eindringling und das behagte ihm wohl nicht.
Wir sprachen allerdings noch nie eine einzige Silbe miteinander ...

Gevin trug gestern zu meiner allergrößten Verblüffung solo und mit guter Stimme ein schönes Lied, "Lass' mich an deinen Wassern ruhen", vor.

Bei meiner Gottesdienstansprache oder wie man das bezeichnen will, habe ich Gevin vor der Gemeinde gesagt, dass mich sein Lied berührt hat und dass Gott ihn liebt.

Als später einer der Pastoren einen Aufruf machte, war Gevin nicht mehr zugegen. Ich verließ meinen Platz und ging durch den ganzen Saal zu Justin, sprach mit ihm und spürte seinen inneren Kampf, weil Gott zu seinem Herzen gesprochen hatte. "Darum, wie der Heilige Geist spricht: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht" (Hebräer 3,7).

Rueben kam hinzu und wir gingen gemeinsam nach draußen.  

Justin haben wir skizziert, welchen Verlauf sein Leben nehmen wird und wie es ohne Gott endet. Dazu muss man keinen besonderen Weitblick haben. Die jungen Leute stecken in einer Sackgasse aus Abhängigkeit und Gewalt fest. Selten kommt mal einer aus eigener Kraft heraus.

5.Mose 30,19:

"Ich habe dir Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt; so erwähle nun das Leben, damit du lebst"

Wir standen vor dem Gottesdienstraum, die Trauergäste waren längst gegangen und die Tür war abgeschlossen, als wir noch immer mit Justin und anderen sprachen. Die Entscheidung war so schwer für Justin und fiel letztlich unter Tränen und mit Kloß im Hals. Am Ende haben er und auch der junge Samuel, den ich bis zu unserem Gespräch nicht kannte, eine Entscheidung für Jesus getroffen.

Später habe ich die Jungs mit Pastor Joey, früher selbst Drogenkonsument, in der Erwartung zusammen gebracht, dass sie seine Jugendveranstaltungen besuchen.
Ich möchte, dass diese Jungs erkennen, dass sie nicht für dieses von Negativität geprägte Leben bestimmt sind und es eine Alternative gibt. 

Gevin, Spitzname: "Der starke Mann"

Während des Begräbnisses auf dem Friedhof ist noch was Spannendes passiert.

Traditionell schaufeln Freiwillige unter den männlichen Trauergästen das Grab zu, nachdem der Sarg abgelassen wurde. Stets drei Mann - immer abwechselnd, je nachdem wie lange die Kräfte jeweils reichen.


Das offene Grab muss später zugeschaufelt werden.

Mit von der Schaufel-Partie waren  Gevin und Geo.

Als ich nah bei Gevin stand, habe ich ihn angelächelt seinen Namen gesagt und ihn nur ganz kurz an der Schulter angefasst und ihm den Spaten gegeben.

Er hat zurück gelächelt und freundlich meinen Namen gesagt. Sonst nichts. Huch, er kannte ihn. So, wie ich seinen kannte!?! Das war ein seltsames Gefühl, das ich nicht gut beschreiben kann, aber es war klasse, weil die einseitige Feindschaft offenbar unerwartet aufgegeben wurde. Für mich war das schon etwas bewegend, wie ich zugeben kann.

(Mike, ich habe mich fast gefühlt, wie bei deinem Traum letzte Woche!)


Als wir heute, am Sonntag, zu Besuch in Silvertown waren und Sandwiches an die Kleinkinder verteilten, kam Gevin mit dem Auto vorbeigefahren, sah mich, grinste breit und winkte. Ich glaub's ja kaum.  

Friede ist schön.

Während Männer das Grab zuschaufeln -Gevin in der Mitte- 
singt der Rest durchgängig Lobpreislieder.

In Johannes 12,24 sagt Jesus: "Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht."

So tragisch und traurig der Tod des jungen Westley ist, er hat Menschen berührt. Mich zum Beispiel. Vielleicht hat er zudem das Leben von Justin und Samuel und Gevin und Unbekannten so positiv verändert, dass viel Gutes entstehen kann. Vielleicht macht Justin keine Knastkarriere, sondern wird ein Mann Gottes, durch den selbst Leben verändert werden?

Möglicherweise erfahre ich nie Näheres.

Sami und Wes auf der Müllkippe
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Freitag, 13. August 2010

Schon mal mit 'nem Löwen geschmust? Der umarmte Zuhälter und andere Begebenheiten

Sonntags gibt es -wie berichtet- nun immer eine ganze Menge Sandwiches für Townshipkinder, die Susan, eine nette Dame aus der Ekklesia-Gemeinde liebevoll zubereitet und mir anvertraut.

Susan

So fuhren Fransoir und ich gleich nach dem Gottesdienst erneut nach Silvertown, um einigen der gefühlt unzähligen Kindern Essen zu geben und mit Menschen zu plaudern.


Manche Sachen in Silvertown sind so krass, da stehen einem glatt die Haare zu Berge. Ungefähr so, wie bei Dinahs Tochter auf dem Bild unten.


Dinah ist willens, eine Suppenküche aufzuziehen und so war ich am Donnerstag beim Sozialamt der Stadtverwaltung, um mit den verantwortlichen Sozialarbeiterinnen zu sprechen. Es lässt sich wohl realisieren, dass die Rationen der kleinen, bereits an 3 Werktagen operierenden Suppenküche, verdoppelt werden können. Das wäre ja schon mal was.

Etwas Neues habe ich in dem kleinen Township entdeckt, in dem es in den Hütten weder Wasser, noch WC's gibt. Oft natürlich auch keinen Strom. Dennoch: "Ganz Gallien?, Nein ein kleines ..."

 
Ein PC! Nie zuvor gesehen in Silvertown.

Nachdem alles Brot verteilt und alle Worte des Lebens gesprochen waren, besuchten Fransoir und ich André, den ich vor einiger Zeit auf der El Shaddai Life Recovery Mission kennen lernte.

 André

Der Herr ist 47 Jahre alt, Architekt und Vater von 5 minderjährigen Kindern. Ein interessanter Typ.

Als er vor 9 Monaten vor seinem Haus im Gras auf den Knien lag und vom Grunde seines Herzens fragte, ob Jesus real ist, stellte er fest, dass dem tatsächlich so ist und ER lebendig ist.

Wer meint, der Verfasser dieses Blogs sei abgedreht, hat einerseits völlig recht, andererseits gibt es immer noch einen, der besser ist :-)

Noch am Tage seiner Begegnung mit Jesus hat dieser André beschlossen,  

"keinen Tag seines Lebens aufzuwachen, ohne auf das Kreuz zu blicken".

Also hat er flugs 2 Balken zusammen gezimmert und in die Erde eingelassen. Sowas macht ja nur einer, bei dem ein ernstlicher psychiatrischer Befund vorliegt, oder wer IHM begegnet ist. 

Da steht es nun jedenfalls seit diesem "Tag X" in exponierter Lage im Eingangsbereich und im Maßstab 1:1.

 Wer kommt oder geht, muss/darf am Kreuz vorbei


Beinahe ebenso interessant wie der Hausherr, ist einer seiner Hunde, der (bedingt) auf den zündenden Namen Powder reagiert.

Das Tier, das augenscheinlich ausnahmslos aus Muskeln mit einem dünnen Fellüberzug besteht, hat Statur und Farbe eines Löwen. Hat unlängst 2 ausgewachsene Kühe gerissen und schickte sich in meinem Beisein an, ein drittes Opfer aus der Rinderwelt zu erlegen. Hörner der Kuh sowie Intervention des Herrchens ließen die Sache glimpflich für alle Beteiligten ausgehen.
Powder ist übersät mit teilweise riesigen Narben, die ihm seine offenbar zahlreichen Gegner beigebracht haben.

Ich hatte etwas gezögert, das Grundstück und das Haus zu betreten bzw. gar Powder zu streicheln, als ich diesen Goliath der Hundewelt erblickte. Schon mal mit Löwen gespielt?

1.Mose 9,2 gab mir letztlich Mut und ich überwand mich, Powder Freundschaft anzubieten.


Powder, eine Hündin der Rasse Boerboel. (Bauerndogge)

Powder hin oder her. Seit einiger Zeit begleitet mich der Refrain eines alten Liedes von 1922, das Hebräer 13,2 als Grundlage hat. Es greift auf, wie es sein kann, dass Leute, wie André und mittlerweile ungezählte andere, die ich kenne und die Gott im Zentrum haben, zunehmend das Interesse an allerlei Belustigungen, die das Leben in dieser Welt so bietet und denen sie ehedem gerne frönten, verlieren können.

Es ist die Nähe zu Ihm, die Wesen und Denken verändert.



Richte deine Augen auf Jesus,
schau fest in sein wunderbares Gesicht,
und die Dinge dieser Erde werden sonderbar trübe -
im Licht seiner Herrlichkeit und Gnade!

Sonderbar trübe wurden auch meine Augen, als ich am heutigen Freitag Vormittag von Thembalethu zu Fransoir, 23, nach George fuhr, um gemeinsam mit ihm Menschen zu begegnen.

An der Böschung der Autobahn N 2 machte eine junge Dame einschlägig auf sich aufmerksam und bot offensichtlich ihre Dienste an. Ich wollte ihr begegnen - allerdings anders, als sie es erwartete.

Da es mir unpassend erschien, das alleine zu tun, kam ich später mit Fransoir zu dieser Stelle zurück. Nun waren es 2 junge Damen, denen wir nicht nur etwas Obst, sondern auch den Gott, der sie liebt, nähergebracht  haben.

Der dazugehörige Zuhälter, seines Zeichens eher von der Sorte mit zornigem Gemüt, ließ nicht lange auf sich warten und kam aus der Deckung.
Doch was will der arme Mann machen, am Ende hatte er sich mit den Damen einiges angehört und ich hatte Buthi, nun gar nicht mehr so grimmig, im Arm. (Den beiden freundlichen Damen blieb meine Umarmung hingegen erspart, um Missverständnissen vorzubeugen).


In Themabelthu hatte ich noch 2 stark behinderte Xhosas auf dem Herzen, um für sie zu beten. Einen davon sah ich nur ein Mal vor Monaten, im März, auf der Straße. Allerdings hatte ich mich damals nicht so recht getraut.
Doch der junge Mann kam mir immer wieder mal in den Sinn. Also machte ich mich Anfang der Woche allein auf den Weg nach Ramaposa, einem Teil von Themalethu in Zone 7, um seinen Wohnort ausfindig zu machen. Tatsächlich hatte ich mich mit lediglich 2 Kontakten (!) erfolgreich in fremdem Gebiet durchgefragt und die Hütte identifiziert. Wie kann das denn sein?

Auf ging's also heute mit Fransoir nach dort. Das war wieder sehr cool. Im Falle diesen jungen Mannes auf dem unteren Foto, hatte ich eine Nachbarin und Christin der örtlichen Assemblies of God namens Jolanda gebeten, mit uns die Hände aufzulegen.

Der Name dieses sonnigen Gesellen aus Zone 7 
ist mir leider entfallen


Jolanda, links im Bild



Weiter ging's zur Müllkippe.

 Ach, wie sind mir diese Leute ans Herz gewachsen



Von der Müllkippe ging es mit Fransoir weiter ins Township Nu Dawn Park. Dort beteten wir für Leena, eine Tante von Alicia.
Sie hatte Hüftschmerzen und lag schachmatt auf dem Sofa.

Leena vor ihrem Haus auf einem Bild von vor 4 Wochen.
Fanatischer Schriftzug auf afrikaans: "Gott ist Liebe"

Es geht im Reich Gottes vornehmlich  -oder besser gesagt, gar nicht-  um das "Analysieren, wie ein Professor", sondern vielmehr um "Glauben, wie ein Kind" und so hatte ich 5 oder 6 Kleinkinder, die neben Tante Leenas Haus spielten, gebeten, ihr ebenfalls die Hände aufzulegen. 
Fransoir hat den Kleinen schön erklärt, um was es geht und wer Jesus ist. Das war wieder sehr putzig.

Inspiriert zu der Idee mit den Kindern, hat mich die 50 Jahre alte Missionarin Heidi Baker. Zeichen und Wunder begleiten ihre Verkündigung. So wie es in der Bibel steht, halt. Eine Frau, die Gott und Menschen liebt.

Hier ein Ausschnitt mit Heidi Baker aus dem Dokumentarfilm "Finger of God" (engl.), der das Wirken Gottes im hier und jetzt beschreibt:




Und also ziehen die Tage dahin und ich fahre abends wieder heim, in "mein" Township, never ever ceasing to fix my eyes upon Jesus, the author and finisher of my faith ... :-)

Mittwoch, 11. August 2010

Westley wurde erstochen.

Tja, die Townships sind bekanntlich keine Schmuseorte. Ich sehe Menschen in den Knast oder ins Krankenhaus gehen, zuweilen auch wieder raus. Ich höre von den Polizeieinsätzen, der Gewalt und manchmal bekomme ich das Ganze hautnah mit.

Kaum ist das Verbrechen an Alicia einigermaßen verdaut, das nächste, mir gut bekannte Opfer.

Westley, gerade 19 Jahre alt, wurde am Samstag durch Stiche in Hals und Rücken im Township Nu Dawn Park, in dem er aufgewachsen war, getötet.

Der Täter wurde gefasst und sitzt im Gefängnis.

Tags zuvor hatten Wes und ich noch zusammen auf der Müllkippe geredet.

Wenn ich über ihn nachdenke, fällt mir auf, dass ich ihn als sehr liebenswerten und humorvollen Jungen kennen gelernt habe.

Die Townshipbewohner haben ganz überwiegend keinerlei Umweltbewusstsein und so werfen sie Dreck weg, wo immer er anfällt. Das ist ihrer mangelnden Erziehung und Erkenntnis geschuldet. Unlängst hatte Wes mich allerdings verblüfft, als wir im Auto unterwegs zum Gottesdienst waren und er ungefragt seine Mandarinenschalen brav in der Hand hielt, bis ich ihn an einem Abfalleimer am Straßenrand erlöste. Er hatte schon angefangen, etwas mitzunehmen. Nicht nur den Umweltschutz betreffend ...

 Alicia mit Westley *1991 - 7. Aug. 2010

Das irdische Dasein kann bekanntlich sehr abrupt zu Ende sein. Allerdings keineswegs nur in den Townships. Ich bin einigermaßen sicher, dass Wes nun nicht an dem Ort ist, an dem er die Ewigkeit verbracht hätte, wenn die Tat vor einem halben Jahr geschehen wäre. Das ist immerhin sehr tröstlich für mich.


Am 25. Mai 2010 hatte ich berichtet, dass Westley sein Leben mit Gott in Ordnung gebracht hatte. Siehe hier.

Man mache keinen Denkfehler. Gott ist nicht für die Tat verantwortlich und er billigt sie auch nicht. Die Frage, wie kann er das zulassen, ist auch nicht angemessen. WIR sind zumeist Opfer unserer eigenen Entscheidungen im Leben und sind zudem geistlichen Feinden ausgesetzt. Ob wir diese Realität anerkennen wollen, oder nicht. Aber das will ich jetzt nicht näher ausführen.

Was mir noch zum Thema einfällt, ist: Christ-Sein ist kein Selbstläufer!


Heute auf der Müllkippe ging alles erkennbar seinen gewohnten Gang. Mein Kumpel Toni M. hatte 1995 den Spruch in Mostar geprägt: "Die Kühe heben kurz ihren Kopf und grasen dann gemütlich weiter."  Das ist wahr.

Was mich betrifft, habe ich mir vorgenommen, Westleys Mörder zu treffen. Vielleicht, wenn man mich lässt, klappt es schon übermorgen, am Freitag, wenn ich mit Alicia und Justin ins Jugendgefängnis Mosselbay fahre, um Alicias Cousin die traurige Nachricht zu überbringen.

Tschüss Wes.

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Freitag, 6. August 2010

Gedanken zum Thema Heilung.

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Eigentlich wollte ich das Thema im Blog jetzt weitgehend ausklammern, weil es sonst zu "Heilungslastig" würde, dachte ich. Schließlich geht es im Reich Gottes um weit mehr, als um körperliche Heilung. Andererseits gehört es aber zum Gesamtpaket der guten Nachricht dazu.
Also nehme ich einen Anlauf, weil ich mir erhoffe, dass das, was ich schreibe, Christen nicht zum Anstoß gereicht, sondern sie vielmehr ermutigt.

Wer meinen Blog verfolgt haben sollte, konnte feststellen, dass die erste körperliche Heilung nach Gebet vor 5 Monaten bei meinem Freund Sami auf der Müllkippe stattfand.

Seitdem ist es immer wieder vorgekommen, dass ich einen Gebetsimpuls hatte und in vielen Fällen mein bzw. unser Gegenüber tatsächlich sofortige körperliche Heilung erfahren hat. Das hat mich selbst jedesmal aufs Neue verblüfft. Immerhin bin ich ja auch nicht soooo abgebrüht und relativ neu in der Materie.

Und keineswegs war ich es ja nur, der betete, sondern ich erlebte das zu unterschiedlichen Zeiten bzw. Orten auch gemeinsam mit Rueben, Joshua, Jeanné und Fransois von der Ekklesia-Gemeinde. Mit durchweg gleichem Ergebnis.

Wie kann das also alles sein?

Ich nehme kurz einen Sachverhalt von gestern zum Anlass, um darauf einzugehen.

Gestern Abend fuhr ich also mit meiner Hauswirtin Smava zum Gottesdienst. Auf dem Weg nach dort, an der Arbeitsstelle von Sheila in Lawaaikamp, begegnete ich der kleinen Aisha, 6 Jahre alt. Beim Begrüßen hat es „ganz arg Aua gemacht“, weil ihr nach einem Sturz am Mittag ein Finger weh tat. Ich habe im Auto sitzend ihre Hand genommen – Aisha stand vor dem heruntergekurbeltem Fenster - und kurz und sehr einfach im Namen Jesu Heilung proklamiert. Das war es. Keine besonders „geheiligte“ Atmosphäre, kein ellenlanges flehendes Gebet. Nix dergleichen.
Sogleich vergaß ich das Gebet und erst eine ganze Zeit später erinnerte ich mich daran und fragte Aisha, das kleine Moslemmädchen, wie es dem Finger geht. Die Schmerzen waren komplett weg! Ich bat sie, das, was sie gerade erfahren hat, Sheila und Smava zu erzählen, was die Kleine auch tat. Ich bedankte mich bei Jesus.

Aisha vor einem Monat

Wie gesagt, ich wollte eigentlich keine „Heilungsgeschichten“ mehr in den Blog schreiben, aber ich tue es heute doch noch mal. Vielleicht wird ein Christ dadurch angeregt wird, dem Zeugnis der Bibel nachzugehen und in der Autorität Jesu im Glauben zu beten.

Ich meine, es gibt ein paar Faktoren, die dabei bedeutsam sind.

1. Wir bewegen uns im Bereich des Übernatürlichen, also nicht des „normalen“, wissenschaftlich erklärbaren, rationalen, alltäglichen oder durch allgemeine Lebenserfahrungen hinterlegten.
Ebenso wie unser Geist, der auf übernatürliche Weise nach unserem Gebet im Glauben von Gott her neu geboren worden ist, verhält es sich mit Heilung auch. Sie wird in der unsichtbaren, der geistlichen Welt ausgelöst und manifestiert sich in der sichtbaren Welt. Nicht alles ist dabei also verstehbar. (Wobei ich ja nicht mal verstehe, wieso Menschen nach Einnahme einer Spalt-Tablette kein Kopfweh mehr haben).

2. Gott liebt ausnahmslos jeden Menschen, unabhängig von dessen moralischem Stand und Lebensführung. In dem Zusammenhang fiel mir Anfang der Woche der Vers Johannes 15,9 auf: „Gleichwie mich (=Jesus) der Vater liebt, so liebe ich euch”. Jesus, Gott, liebt dich demnach mit gleicher Intensität und in identischem Umfang, wie der Vater Jesus liebt!  
Gott ist Liebe, sagt die Bibel im 1.Johannesbrief und diese Liebe strahlt zu den Menschen in der gleichen Weise, wie innerhalb der Personen der Trinität! (Meditiere mal über diese Wahrheit!)

3. Gott will uns durch Krankheiten nichts „lehren“, wie mancher aus Erklärungsnot behauptet. Welcher irdische Vater, würde denn seinem Kind eine Krankheit zukommen lassen, um ihm etwas zu lehren? Erst recht tut dies der himmlische Vater nicht (siehe z.B. Matthäus 7,9f).

4. Jesus hat nicht nur die Sünden, sondern auch die Krankheiten und Flüche ans Kreuz getragen. Galater 3,13; Jesaja 53; 1.Petrus 2,24: «durch seine Wunden seid ihr heil geworden.»

5. Krankheit kommt nicht von Gott, sondern er möchte Wiederherstellung. Daher sind Gebete wie „Vater, wenn es dein Wille ist, dann heile …“, nicht zielführend. Es IST sein Wille!

6. Jesus selbst heilte seinerzeit „alle“, die zu ihm kamen, wie es in den Evangelien heißt. Die, die ihren Glauben auf ihn setzten. Nachfolger und nicht Nachfolger. Jedermann ohne Ansehen der Person! Selbst undankbare oder ungehorsame Personen (z.B.: Lukas 17,12-19; Markus 1,43-45). 

7. Jesus hat seinen Jüngern damals wie heute die Autorität und Vollmacht gegeben, durch den Heiligen Geist in uns, in seinem Namen zu heilen, unreine Geister auszutreiben usw.

Apostelgeschichte 5,12: „Durch die Hände der Apostel aber geschahen viele Zeichen und Wunder unter dem Volk und immer mehr wurden hinzugetan, die an den Herrn glaubten, …  so dass man die Kranken auf die Gassen hinaustrug und sie auf Betten und Bahren legte, damit, wenn Petrus käme, auch nur sein Schatten einen von ihnen überschattete. Es kamen aber auch viele aus den umliegenden Städten in Jerusalem zusammen und brachten Kranke und von unreinen Geistern Geplagte; die wurden alle geheilt.“

8. „Gott ist Geist“ und er wirkt durch MENSCHEN beim Bau des Reiches Gottes! Bei der Verkündigung des Evangeliums, der Lehre und eben auch der Heilung.
Wir Christen sind Jesu Hände, Füße und sein Mund, wie Kai S. von der Stami Darmstadt mal treffend formulierte.
Dabei ist klar, dass der Mensch es nicht aus seiner eigenen Kraft heraus wirkt, sondern Gott ist es, der dahinter steht. Wir setzen seine Kraft und seinen Namen ein.
Ebenso wie ein Elektrizitätswerk die eigentliche Kraftquelle hinter dem Hausstrom ist und nicht die Steckdose im Zimmer. Wir können / dürfen / sollen den vom E-Werk zur Verfügung gestellten Strom in unserer Wohnung rechtmäßig und zweckbestimmt nutzen.

9. Ich nehme stark an, dass für Heilung die verheißene „Kraft aus der Höhe“ (Lukas 24,49) erforderlich ist. Die Kraft aus der Höhe, Gottes Heiliger Geist, gibt bekanntlich Mut zum Zeugnis und rüstet mit allerlei Geistesgaben aus. Da natürlich jeder wiedergeborene Christ auch ohne die Taufe im Heiligen Geist selbigen von Gott empfangen hat, bin ich mir an der Stelle nicht ganz sicher. Ich möchte niemanden verletzen und auch keine Doktrin daraus machen. Vermutlich aber, mit aller Vorsicht gesagt, möchte ich annehmen, dass durch die Erfüllung mit dem Heiligen Geist die erforderliche Kraft Gottes bereit gestellt wird. Puh. Sanfter konnte ich nicht formulieren :-)
Jesus liebt nicht geistgetaufte Geschwister - und ich auch!

10. Das Heilungsgebet erfordert offenbar ein gewisses Maß an Glauben. Zuerst bei dem, der betet, wohl aber auch beim Kranken. Wie viel, weiß ich nicht, aber wenn als Extremfall Beter und Empfänger lediglich aus Jux und ohne Glauben beten würden,  käme wohl nichts dabei heraus. Die Kranken in der Bibel machten jeweils einen Glaubensschritt zu Jesus hin. Und sei es, dass sie versuchten, sein Gewand in der Menge zu berühren (Markus 6,56).

Kinder glauben von Natur aus, dort stellt sich das Problem der inneren, verstandesmäßigen Abwehr gar nicht erst.
Jesus und seine Jünger glaubten sowieso. Und ich glaube jetzt auch :-).


11. Ich gehe zudem davon aus, dass das Handauflegen ein begünstigender Faktor für die Übertragung ist, um mal sehr hölzern zu formulieren. Markus 16,18 : "... Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden sich wohl befinden".

Also bete ich derart im Glauben und in der Autorität Jesu Heilung und Wiederherstellung in die göttliche Ordnung. Keine beschwörerischen Zauberformeln. Sondern eher nach dem Motto: „Nimm dein Bett und geh’", „Sei geheilt!", „Sei rein" „Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und gehe ...". Manchmal bete ich auch zur Einleitung eine Passage aus Jesaja 53.

Ich kann (mir) nicht alles erklären, brauche ich auch nicht. :-) Letztlich bin ich nicht aufgerufen, alles intellektuell zu durchdringen, sondern mache es schlichtweg so, wie es im Wort Gottes steht und es "funktioniert".
"Vielmehr erweist sich Gott als wahrhaftig ...", wie es in Römer 3,4 heißt.

"Glaube ohne Werke ist tot", befindet Jakobus in seinem 2. Kapitel. Wir können lange sagen, dass wir glauben, dass Jesus auch heute noch heilt (falls wir das überhaupt glauben). Aber dann müssen wir das Bekenntnis auch in einem Glaubensschritt anwenden und für einen anderen konkret beten, wenn der Glaube Gestalt annehmen soll. Das meint Jakobus.

Wenn wir Christen durchweg in der Autorität Jesu unterwegs wären, gäbe es wohl einen weit geringeren Markt in Südafrika für "traditionelle Heiler" und "Herbalists" (siehe Handzettel oben) oder im Westen für esoterische Dinge wie Reiki & Co. Weltweit wissen Menschen instinktiv, dass es eine geistliche Welt gibt und machen Erfahrungen darin. Hebräer 11,3 (und andere Stellen wie Kolosser 1) bestätigen, dass die sichtbare Welt aus der unsichtbaren entstanden ist.
Wer will es den Leuten also verdenken, wenn sie Hilfe und Heilung in alternativen spirituellen Bereichen suchen? Ich nicht.
Wenn sie allerdings sehen würden, wer und wie Jesus ist, wäre der Spuk vermutlich schnell vorbei.
Wir Christen sind nicht aufgerufen, an allem und jedem herum zu nörgeln, alles besser zu wissen und uns abzuschotten, sondern die von Gott vorbereiteten Lösungen in Christus Jesus anzubieten. Das ist weit mehr, als Religion und Ethik.

Wenn ich das Geschriebene durchlese, fällt mir auf, dass ich etwas sperrig formuliert habe. Naja, die Botschaft kommt hoffentlich irgendwie an.

Es gäbe noch viel zu sagen; ich hoffe, dass jemand mit diesen knappen Anmerkungen etwas anfangen kann und ermutigt wird. Nachfragen beantworte ich gerne.

Abschließend: Seit Jahren habe ich eine Buchempfehlung Christ the Healer von F.F. Bosworth in Besitz. Heilung war aber nie richtig mein Thema. Jetzt, nach meinen aktuellen Erfahrungen habe ich heute mal reingeschaut, es überflogen und es deckt sich 1:1 mit dem, was ich erlebt habe und weiß.
Bereits der erste Satz des Buches lautet übersetzt zutreffender Weise:  

"Bevor Menschen einen standhaften Glauben für körperliche Heilung haben können, muss die Unsicherheit hinsichtlich Gottes Willen in dieser Sache weichen."

Das Buch ist vor fast 100 Jahren entstanden und ein Klassiker. Kauftipp. Gibt es auch auf deutsch: Christus unser Heiler.

Schönes Wochenende! ... be healed! :-)

Dienstag, 3. August 2010

Was will die Katze mit meinen Haaren?

Gestern lief ich zum Friseur. 20 Minuten. Einer meiner direkten Nachbarn, Spitzname "Katze", sprach mich an und begleitete mich ungefragt.

"Katze" ist 40 Jahre alt, wie die meisten hier dem Alkohol verfallen, HIV positiv und ohne Arbeitsstelle. Auf dem Weg zum Containersalon in Thembalethu, Zone 7, begehrte er von mir zu wissen, wie er sich in einer Eheangelegenheit zu verhalten hätte. Die werte Gattin, bis auf den Spitznamen mit gleichen Attributen versehen -siehe oben - hat die vergangene Nacht außer Haus verbracht, was die Katze nicht schnurren, sondern knurren ließ.

Er fragte mich also allen Ernstes, ob er sie schlagen solle und bekräftigte seine Frage mit eindeutigen Handbewegungen.

Lange Rede kurzer Sinn - ich versuchte ihm die Alternative der gewaltlosen Kommunikation und des aktiven Zuhörens näherzubringen. Wie erfolgreich, weiß ich nicht. Jedenfalls betete ich für ihn auf halbem Weg, weil mir außer Jesus, kein geeigneter Eheberater einfällt. Naja, mit welchem Erfolg weiß ich auch hier nicht.

Etwas beunruhigte mich dann aber doch ein klein wenig: "Katze" wartete, bis ich bei meinem Kumpel Delfin aus dem Kongo fertig frisiert war und fragte mich dann, ob er ein paar meiner abgeschnittenen Haare haben könnte.

Wie bitte? Bei dir piept's wohl, Katze!?

Instinktiv lehnte ich ab und gleich darauf erinnerte ich mich daran, dass die hiesigen Sangoma, die Wunderheiler, Zauberer und Hellseher in Personalunion - so welche, wie der Herr auf dem Foto, Zähne, Haare oder Kleidung für ihre üblen Flüche missbrauchen. Wer meint, dass das nur Scherz, Aberglaube oder schlechte Unterhaltung aus B-Movies ist, der irrt sich gewaltig.

Aber ich möchte nicht über den Zauberkram schreiben, sondern über den, der dieses Zeugs überwindet:

Pfingsten ist vornehmlich an Pfingsten – aber nicht nur!

Ich schreibe also lieber wieder mal im Erstaunen, was so alles passiert.

Vorletzten Sonntag nach dem Morgengottesdienst, fragte ich den 23 Jahre alten Fransoir, ob er mich bis zum Abendgottesdienst nach Silvertown begleiten wolle. Susan, eine Dame aus der Ekklesia-Gemeinde, hatte für die Townshipzwerge eine große Menge Sandwiches vorbereitet, die sie mir anvertraute und mir nunmehr für jeden Sonntag ankündigte.

Fransoir, vorerfahren, weil er, wie die meisten jungen Leute aus der Gemeinde, in die Krankenhäuser geht und „mit Erfolg“ für die Kranken betet, war sofort von der Idee angetan und sagte zu. Nachdem wir Alicia und ein paar andere heimgefahren hatten, ging es also nach Silvertown.


Fransoir, rechts im Bild

Kena, eine Dame mittleren Alters, die ich recht gut von der Müllkippe kenne, erzählte uns dort en detail, wie sie ihren Mann vor ein paar Monaten in Notwehr erstochen hatte und jetzt zusehen muss, wie sie ihre beiden Kinder alleine durchbringt.
Sie wollte, dass wir für sie beten, doch als wir 3 Stunden später, gegen Ende unserer Runde bei ihr in Blechhütte Nr.174 eintrafen, war sie ob ihres Rausches in tiefen Nachmittagsschlaf versunken. Auf ein andermal, Kena.

Es war insgesamt dennoch wieder sehr stark, wie Jesus die Verkündigung an diesem Tag bestätigte. Das Brotverteilen war abermals Nebensache, aber ein schöner Aufhänger, weil ich einigen Zuhörern, vom wahren Brot des Lebens erzählen konnte.

Für mich ist es etwas Besonderes, wenn sich Menschen, wie am Sonntag, unaufgefordert in den Dreck knien und ihr Leben mit Gott in Ordnung bringen wollen oder von Ihm Hilfe erwarten. Also knie ich mit meinen eigentlich sauberen Sonntagshosen auch hin, nehme sie in den Arm und bete für sie. Es ist auch nach 5 Monaten unverändert. Ich finde die Menschen in dem kleinen Township klasse.

Wir haben es abermals erlebt, dass die Menschen uns reihenweise in ihre Hütten baten, damit wir für sie beten.

Eine Dame namens Salomé ersuchte uns für ihren Bruder. Von diesem Bruder, Abraham, kaum gehfähig, kann man bestimmt sagen, dass das Gebet um Heilung sofort Frucht zeigte, denn seine Schmerzen an den erkrankten Füßen waren sofort weg. Nachdem er hörte, dass Jesus nicht nur körperlich heilt, sondern auch Herzen, wollte er mit von der Partie sein.

Abraham mit Gattin auf dem Bett

Mitten in meiner Rede zu Abraham über das Wesen Jesu, drangsalierte mich der gute alte Jappie unruhig, der mich suchte und nunmehr in Abrahams Haus fand. Jappie war sehr in Eile, weil er zur Arbeit nach Kapstadt musste. Aber er wollte partout nicht gehen, bevor ich für ihn wegen seiner bevorstehenden Reise um Schutz gebetet hatte.
Also musste Abrahams neue Geburt zu Jappies Gunsten einige Minuten aufgeschoben werden. Zum Glück geht es zwar ernsthaft, aber doch herrlich entspannt zu.


Oben ist Fransoir bei unserem Gebet für Amanda zu sehen, die über Asthma klagte und kaum ansprechbar in Abrahams Haus lag. Ihr Husten war zwar nach dem Gebet sofort weg, aber Schmerzen in der Lunge waren noch da, sagte sie.

Als Johannes, ein Freund von Abraham miterlebte, dass Jesus letzteren heilte, insistierte er, dass wir ebenfalls für seinen kranken Vater, der irgendwo außerhalb auf einer Farm lebt, beten. Also sagten wir ihm zu, dass wir an einem anderen Tag den Papa besuchen werden …

Hier folgen wir der Einladung von Anni, links auf dem Foto. Die Dame leidet, wie unzählige andere ebenfalls, unter ihrem gewalttätigen Partner und trinkt leider selbst auch, weil sie sich nicht anders zu helfen weiß. Bei ihr kam mir der Gedanke, die Hütte und die Gegenstände darin zu salben. Als ich am Ende der Prozedur schließlich zu ihr kam und mit dem Öl ihre Stirn berührte und für die afrikaanssprachige Frau auf englisch betete, fing sie an zu weinen. Später sagte sie zu Fransoir, dass sie gefühlt habe, dass während des Gebetes „Leben in sie hineingekommen“ sei. Was auch immer das am Ende heißen mag.
Das ist schlichtweg grandios, wie Jesus die Menschen berührt. Und kein „Fall“ ist wie der andere.
Mir kommen bei Person „A“ Gedanken, die die ich bei Person „B“ nicht habe und umgekehrt. So blieb das an diesem Tag die einzige Anwendung von umgewidmetem Sonnemblumenöl. Ich meine, dass Er mir die Gedanken gibt.

Reinhard Mey hat mal in den frühen 70-ern gesungen: „Was kann schöner sein auf Erden, als Politiker zu werden?“
Ich weiß es! In den Fußstapfen Jesu zu tapsen. Da sind ständige Verblüffung und geniale Lehreinheiten garantiert. Immer wieder neu.

So haben Fransoir und ich mit Gruppen und einzelnen gesprochen, sie ermutigt und lieb gehabt. Wir haben wieder teilhaben dürfen an dem, was Gott so wirkt in einem dieser sog. „Elendsviertel“.

Ich lebe in einer Zeit und an einem Ort, wo die Hoffnungslosigkeit so groß ist, wie noch nie in der hiesigen Geschichte und zeitgleich die Hoffnung auf Gott und die Sehnsucht zu ihm hin so stark, wie noch nie. Wo finstere Mächte ihr Unwesen treiben, und doch zeitgleich das Licht Jesu am Hellsten scheint und der Himmel offen steht.
Das bringt mich einmal mehr zu der Frage, ob und wie das alles in Westeuropa, in Deutschland, einzuordnen wäre, wo ein anderes geistliches Klima zu herrschen scheint. Ich weiß es nicht.

Zurück zu Silvertown. Mir ist an diesem Sonntag besonders bewusst geworden, dass es zwar jetzt einige Menschen in diesem kleinen Township gibt, die richtig Feuer für Gott gefangen haben, aber es schwer ist, in diesem Umfeld als einzelner standhaft zu bleiben. Zumal die meisten jungen Christen ja nicht mal (die Bibel) lesen können.

Ich denke also, jetzt ist es an der Zeit, die Leute zusammen zu bringen und eine Gemeinde nach biblischem Vorbild vor Ort zu gründen.

Also bete und hoffe ich, dass Jesus den Weg deutlich macht, den er gehen will. Wer der Gärtner sein soll, der diese zarten Pflänzchen wässert. Dass Er jetzt jemanden über den Weg schickt, oder aus den eigenen Reihen aktiviert. Mit einem Pastor der Ekklesia-Gemeinde habe ich darüber jetzt offiziell gesprochen. Sie sollen es im Gebet prüfen.
So wie Paulus, bin aber auch ich „voller Zuversicht, dass der, der das gute Werk in ihnen angefangen hat, es auch zu Ende bringen wird“ (Phil 1,6).

Soviel erstmal wieder zu Silvertown.

Tags darauf musste ich wieder mal mit dem NISSAN bei meinen Kumpels Koos und Leon, ihres Zeichens Hobby-Stock-Car-Rennfahrer in die Autowerkstatt, (Querlenker an der Vorderradaufhängung gebrochen).

Koos, geschätzte 4 Zentner Bure, wurde vor achtzehn Jahren auf der Straße in Port Elizabeth von einem jungen Mann angesprochen, ob dieser für ihn beten dürfe. Seitdem kennt Koos Jesus, wie er mir unter Gänsehaut an seinen Armen zeigte. "Ooooh, I know Jesus!"
Im Hintergrund auf dem Foto steht der Mechaniker Andrew, der sich von mir eine Bibel in Afrikaans erbat und prompt aus dem Nissan, dem fahrenden Bibellädchen, eine solche erhielt.

Eines der Stock-Car Fahrzeuge von Leon und Koos, BMW 528i 
mit typischem Schriftzug auf der Sonnenblende

Anschließend fuhr ich kurz in die Stadt. In der Stadt kam unversehens hinter dem Supermarkt „Shoprite“ schnurstracks der mir unbekannte, einseitig erblindete

Massebulele aus Thembalethu, Zone Acht“

auf mich zu.

Es antwortete ihm:

Geo, auch aus Thembalethu, Zone Acht“.

„Oh, von dir habe ich gehört
“, so Masebulele, der einige Nettigkeiten, die er hörte, an mich weitergab.
Masebulele sei Epileptiker und er erzählte mir was von seinem Arzt und wollte mir Pillen zeigen.

Ich kam allerdings als Reflex sofort auf „Gebet“. Ohne nachzudenken. Die Ärzteschaft schätze ich sehr und sie leistet gewiss Großartiges.
Lukas, der Schreiber des Evangeliums war ja auch ein früher Vertreter dieser Zunft. Dennoch habe ich mittlerweile zu viel gesehen und erlebt, als dass mir das Urteil von Medizinern als abschließend gelten könnte.

"Ich bin der Herr, Dein Arzt.", lässt uns Gott immerhin in 2. Mose 15,26 wissen.

Also erzählte ich meinem Gesprächspartner erst von Christus und betete dann für diesen Xhosa.

Masebulele aus Zone Acht

Es ist ja wohl nicht jedes Heilungsgebet von sofortigem Erfolg gekrönt. Warum das so ist, weiß ich nicht. Zuweilen bete ich für Leute und sehe keine sofortige Heilung und spüre selbst auch nix.
Aber wenn ein derartig beeinträchtigter Mann direkt auf mich zuläuft, war die Begegnung wohl kein Zufall, sondern gottgewollt, denke ich im Nachhinein.

Jedenfalls habe ich beim Beten den Heiligen Geist körperlich gespürt -was wie gesagt keineswegs immer der Fall ist- und meinem neuen Freund haben die Beine geschlackert.

Er sagte mir hinterher, es wäre ihm nach Umfallen zumute gewesen. Als Skeptiker, der ich ja irgendwie immer auch noch bin, wollte ich wenigstens wissen, ob das mit seiner Epilepsie zu tun hat. „Nein“, sagte er, „wegen des Gebetes!“ Na, das wäre ja was gewesen, wenn der Mann sich aus meinem Arm auf den Asphalt gelegt hätte. Was sollen denn da die Nachbarn denken?

Wenn Gott jemanden stark berührt, dann ist das weder zum Spaß, noch bleibt es folgenlos. Ich denke, Gott hatte im Sinn, den Mann heute zu heilen und in einem weiteren Fall Seine Größe und Seine Liebe zu uns zu zeigen.

Disclaimer für Leser, die sich erst später zugeschaltet haben: Es geht wie immer nicht um mich oder sonstwen, der irgendwas leistet oder etwas kann oder besonders geistlich sein will, sondern um einen liebenden Gott, der seine Kraft in den meisten Fällen durch einfache Menschen offenbart.

Um mit Hanspeter Royer zu sprechen:

„Entschuldigt, dass ich immer von mir und meinem Leben rede, aber ich habe kein anderes“.

Und bitte nur durch die Brille dieses Disclaimers ist die Aussage des 10 Jahre alten Moslembuben Ishmail zu betrachten, als er im Nissan im Township Lawaaikamp herumturnte und das Blinklicht der Autoalarmanlage sah: „Dein Auto kann ja eh keiner stehlen. Nicht mal anfassen. Denn du bist ein Sohn Gottes“.

Das steht zwar so ein paar Mal in der Bibel und gilt ausnahmslos für jeden, der Jesus angenommen hat –nein, nicht das mit der Alarmanlage!
Aber dass das ausgerechnet ein Koranschüler sagt, hat etwas und da blieb mir förmlich die Spucke weg und erscheint mir der Erwähnung wert. Ich bin nicht 100-prozentig, aber doch weitgehend sicher, dass der Islam keine Gottes-Sohn- bzw. Kindschaft kennt.

Habe Ishmail irgendeinen passenden Bibelvers vorgelesen, den ich nicht mehr weiß, ohne den Buben „indoktrinieren“ zu wollen und es auch dabei belassen.

So einen Vers wie den aus Joh 1,12:

„Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, die an seinen Namen glauben”.

Ishmail auf einem älteren Foto

So, das waren wieder ein paar kurze Eindrücke aus der sonder- und wunderbaren Welt der Townships.

Dass manche Menschen diese Einträge lesen und vielleicht mit dem Kopf schütteln, ist natürlich schade, aber am Ende unvermeidlich. Das war ja selbst bei Jesus so, als er leiblich zugegen war und eigenhändig heilte. Wenn ich nunmehr diese Bibelstellen lese, bin ICH es, der nicht glauben kann, dass sie damals, wie heute nicht alle glaubten.

Joh 12,37: “Obwohl er aber so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn.”

Wieviel mehr wird manches bezweifelt werden, was Christen so in Seinem Namen tun. Obwohl Jesus ungezählte Male sagt, dass Er uns ausrüstet, uns Autorität verleiht, wir seine Brüder sind, der Heilige Geist in uns wohnt und so weiter und so fort.

Joh 17,22: “Und ich habe ihnen (= seinen Nachfolgern) die Herrlichkeit gegeben, die du (= Vater) mir (= Jesus) gegeben hast”.

In diesem Sinne, alles Liebe .. und tschüß! Bis demnächst in diesem Theater.

Samstag, 24. Juli 2010

Träume sind mehr als Schäume.

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Mal was ganz anderes:

Da ich irgendwann Gott um Träume gebeten hatte, kommen sie auch erstaunlicherweise immer mal wieder und ich wache mitten in der Nacht auf.

Manchmal unter Tränen, so wie beim Traum über eine mir unbekannte Familie Müller.


Im Traum begleitete ich einen etwa 10 Jahre alten blonden Bub zu einem typisch deutschen durch Fliegerbomben teilzerstörten mehrstöckigen Haus.

Der Junge trug sein Fahrrad in den 4. Stock der Hausruine. Oben angekommen, las ich an einer Tür den Namen "Müller". Ich klopfte an und heraus kam eine Dame mit einem 1 Jahr alten blonden Kind. Als die Dame den 10-jährigen sah, kniete sie nieder, gab ihm die Brust und stillte ihn.
Traum aus.

Das ich bei dem unscheinbar wirkenden Traum weinen musste hängt gewiss mit Gottes Mitgefühl für diese Leute zusammen.

So, jetzt bete ich immer mal wieder für die Familie Müller. Interessant, weil ich sie ja nicht kenne und auch das Problem nicht. Vielleicht eine ruinöse Familiensituation? Keine Ahnung.

Die letzten Nächte wachte ich auch jeweils ein paarmal auf und betete für eine Moslemfamilie in Lawaaikamp, die ich kenne.
Erst gestern erfuhr ich, dass Sheila ebenfalls über die gleiche Familie aus Somalia träumte!

Also bete ich im Geist, wann immer mir "Frau Müller" oder die Somalis in den Sinn kommen. Und das ist sogar relativ häufig. Spannend, spannend!

Im 1.Korintherbrief, 14,2 heißt es ja, dass, wer in Sprachen betet, Geheimnisse zu Gott redet. So ist es wohl, denn ich habe keine Ahnung, was ich sage.

Also bin ich überzeugt, dass die Gebete irgendwo irgendwas bewirken.

Gott ist gut! :-)

P.S. Habe für diesen Restmonat leider keinen Internetzugang mehr. Also kein Skype, keine e-Mail und  keinen weiteren Blogeintrag im Juli.

Mittwoch, 21. Juli 2010

Neues von Alicia. Im Schnee, bei El Shaddai und bei Kidstop

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Was gibt es von Alicia zu berichten?

Alicia hatte ich in den letzten beiden Wochen mit vielen meiner Freunde und Bekannten zusammengebracht, die sie lieb haben, für sie beteten, ihr Kleider und Aufmerksamkeit schenkten - und Alicia so annahmen, wie sie ist.

Auf nachfolgendem Bild ist zu sehen, dass wir ihre Familie am Tatort besuchten. Beim Ballspiel mit den Kindern und der Tante ging es unbeschwert zu.

Abigail und Alicias Tante, Vicky


In der zurückliegenden Zeit hatte ich zudem Einiges mit ihr unternommen, auch um ihr eine Alternative zur Müllkippe zu zeigen.
 
Unter anderem waren wir "Schnee anfassen", etwas, was den meisten Leuten in den Townships hier bislang nicht möglich war.

Swartberge bei Oudtshoorn


Alicia im Schnee



 Halbwüste und Schnee dicht beieinander


Auf dem Rückweg sollen andere auch am Erlebnis teilhaben


 Zugegeben kleine Schneebälle, aber immerhin :-)

Als Alicia später einige Schnee-Fotos bei Verwandten und Bekannten im Township Nu Dawn Park zeigte, rief dies ungläubiges Staunen hervor. Es kamen Leute zum Auto, wie Fans bei der Autogrammstunde eines Stars.

Ein Teil der Fangemeinde. 
Man achte auf Leena, die Frau ganz rechts, beim Betrachten des Fotos.

Alicia möchte dennoch gerne wieder zurück in ihr altes Umfeld. Das kommt nicht ganz unerwartet, denn der Wechsel in ein geregeltes Leben bedeutet eine arge Umstellung. Da der Verbleib bei der Familie Meyer ohnehin nur vorübergehend sein konnte, sah ich mich nach Alternativen für sie um. Sozialarbeiter gibt es zwar, aber die sind überlastet und so hatte ich den Hut auf. Ich wollte es ja aber auch so.

Unter anderem stieß ich dann auf die "El Shaddai Lebenswiederherstellungs-Mission" in Pacaltsdorp. Dort leben auf einer ehemaligen Hühnerfarm, in einer Art offenen Kommune 100 Menschen. Ich war mehrmals dort, sprach mit einigen Menschen und war beeindruckt vom Konzept.
Ein einfacher, bescheidener Herr namens David, Ex-Knacki, hat die Farm komplett für diesen Zweck zur Verfügung gestellt, nachdem er zu Jesus gefunden hatte.

El Shaddai, der "Allmächtige"
- eine hebräische Gottesbezeichnung im Alten Testament.


 Leitbild von El Shaddai
Fossi, was fällt dir bei dem Logo auf?

Ein Teil der Anlage. Alles ist sehr einfach gehalten.

Gottesdienstraum

Mit 7 Menschen hatte ich mehrfach engen Kontakt, als ich El Shaddai auslotete. Sie haben sehr starke Zeugnisse, wie Gott sie gerettet hat. Zum Beispiel Gordon, links im Bild unten, einst sterbewilliger alkoholkranker Schullehrer und André, rechts im Bild, Ex-drogenabhängiger Architekt und Vater von 5 Kindern. André hat ein brennendes Interesse, Menschen von Jesus zu erzählen und sie zu retten.

Er möchte mit mir durch die Townships laufen. Vielleicht wird das was. Ich bete ja schon länger, dass das, was ich mache, jemand übernimmt und in der Tiefe als Hirte fortführt, der ein Herz für diese Menschen hat.

Gordon, der Koch der Kommunität 
stimmt spontan ein Lobpreislied an

Pastor Richard, 52, unten im Bild, mit dem ich mich lange unter anderem wegen Alicia unterhielt, sah als 19-jähriger einen Bettler auf der Straße in Kapstadt sterben. Dieses Erlebnis ließ ihn nie mehr los und führte dazu, dass er 30 Jahre später diese Arbeit mit El Shaddai aufbaute. Hat er mir mit feuchten Augen erzählt.

Jeden Morgen um acht Uhr findet ein Gebets- und Andachtszeit statt. Als ich mit Alicia dort war, ging es prompt um ihr Thema. "Negative Seelenbindungen".
Dass Richard als Angehöriger der als traditionell geltenden methodistischen Kirche, in der Morgenandacht en passant auch über die Bedeutsamkeit von Geistestaufe und Sprachengebet referiert hat, verblüffte mich einigermaßen. Man lernt nie aus. Schubladen sind gefährlich.

Richard und ich sind uns schon nach wenigen Begegnungen sehr nahe und mir fällt auf, dass mir hier in George viele starke Männer und Frauen des Glaubens begegnen.

Pastor Richard

Wie auch immer, Alicia möchte jedenfalls zurück in ihr altes Umfeld und kann sich nicht vorstellen, eine zeitlang hier im geschützten Raum zu leben. 

Weiter ging es also später mit Alicia unter anderem zu einer christlichen Ganztagsschule von Youth for Christ, um zu sehen, was hier geht.

Schule, die im Township Borchards gestrandete Kinder betreut

Die Initiatorin und Leiterin der Schule, Bettie

 Wenn hier wer was "leitet", so wie Bettie, dann heißt das "Arbeit"


Die Lehrerin Babsie im Klassenraum

Auch sehr schön, das Engagement der Schule hier. Alicia würde auch gerne teilnehmen, denn in eine "normale" Schule kann sie nicht mehr gehen. Aber es erhebt sich die Frage nach dem Transport von ihrem Wohnort zur Schule und nachmittags zurück. Diese kleine Einrichtung kann es jedenfalls nicht leisten und ich leider dauerhaft auch nicht. 

War mit Alica zum Gespräch beim "Jugendamt" ACVV. Von dort bekam ich nach Diskussionen und Telefonaten grünes Licht, sie zurück zu bringen, wo sie herkommt. Das habe ich dann am vergangenen Freitag auch getan. Einerseits schade, dass sie sich so entschieden hat, andererseits bin ich sehr zuversichtlich, dass sie dennoch ihren Weg gehen wird.

Was mich überraschte, war, dass sie selbst zwar zurück in ihre alte Umgebung will, aber ihren gleichaltrigen Cousin Francisco genau aus diesem Haus herausholte. "Dort ist es nicht gut für ihn. Er trinkt und macht Unsinn", ließ die Chefin verlauten.
Alicia überzeugte also in meinem Beisein ihren Opa, dass er den Buben aufnimmt. Übrigens: Der Opa ist der, für den wir vor Monaten eine Woche nach ihrer Bekehrung mit Sami im Krankenhaus gebetet hatten. Opa ist seitdem fit und kann sich nun also um seinen Enkel kümmern.   
Alicia übernahm komplett die Organisation der Angelegenheit. Ich hielt mich aus allem raus und war nur der Fahrer.

Opa vor seinem Heim mit Francisco im Township Nu Dawn Park.

Als ich mit Alicia letzten Freitag auf dem Weg zum Jugendamt ACVV war, wurden wir von der Kripo angehalten. Gerüchteweise hieß es, die WM und die Zeit danach würde genutzt, um Kinder ins Ausland zu verschleppen. Prompt fiel ich wohl in die Kategorie der Verdächtigen. Nicht leicht, mein Verhältnis und meine Motivation jemandem zu erklären, der Jesus nicht kennt und ob der Konstellation im NISSAN etwas voreingenommen schien. Aber irgendwann war auch das überstanden.

 Die Kripo trennte mich von Alicia und stellte Fragen ...

Am Sonntag, als ich das Mädchen mit einigen anderen, wie immer zum Gottesdienst abholte, war sie bestens gelaunt. In der Gemeinde wurde lange über sie gebetet und obwohl ihr englisch schwach ist, gab es viele Tränen bei ihr. Ich nehme an, dass ihr Geist bezeugt hat. Jedenfalls haben sie viele Leute lieb, nehmen sie in den Arm oder fragen nach ihr.

Vorletzten Sonntag gab es im Gottesdienst wieder einen Geschenketisch. Wer es sich leisten kann, gibt neue Gegenstände ab, die dann den Bedürftigen in der Gemeinde zugute kommen. So gab es vom Mikrowellenherd über Toaster und Bibeln allerlei, was den Besitzer wechselte. Alicia nahm sich eine Barbiepuppe im Klarsichtkarton mit Kleidern. So ähnlich wie die auf dem Bild links. Als ich sie ein paar Tage später fragte, ob sie das Püppchen umgekleidet hätte, sah sie mich entsetzt an:  

"Nein, die Packung mache ich doch nicht auf! Das ist viel zu wertvoll. Die Puppe sitzt als Zierde samt Verpackung auf meinem Bett".

Dass Alicia abgesehen davon, von Gott ergriffen ist und ihren Weg mit Jesus gehen wird, erkenne ich an scheinbaren Kleinigkeiten:

 Feder als Lesezeichen in ihrer Bibel


Ausschnitt aus Psalm 23, "Der Herr ist mein Hirte ...", und 
"Jesus, liebe dich, Alicia"
Beides schrieb sie in "Das erste Buch über Gott", das ich ihr vor Monaten gab. 
Von mir hat sie diese Anregung nicht, aber wohl von Ihm.

"Gott arbeitet in meinem Herzen"
sowie
"Ich glaube, Jesus spricht zu mir"


Ganz nebenbei gab es am vergangenen Sonntag noch einen Highscore beim Transport im NISSAN zum Gottesdienst. Elf Personen, darunter 3 Erwachsene!

Nur gut die Hälfte der Highscore-Crew

Alles wird gut! Nicht wegen ihr, oder mir, sondern wegen Ihm!

 Tomoresia, Alicia, Abigail, Francisco.
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