Church building / Kirchengebäude in Thembalethu

... God has chosen the weak things of the world to confound the things which are mighty; And base things of the world, and things which are despised, has God chosen ... (1Cor 1:27.28) p>p>p>

Donnerstag, 16. September 2010

Reisebericht Zimbabwe Teil 3: Über die Dörfer


Rodney, ein weißer Zimbabwer nahm mich als Anhalter im Pick-Up mit. Er ist Angehöriger einer Baptistengemeinde in Bulawayo und war auf dem Weg, einen 300 km entfernt liegen gebliebenen Lkw seiner Firma flott zu machen. 

Zuerst brachte ich ein paar Kilometer auf der Ladefläche zu, später wurde ich in den Innenraum des Fahrzeugs befördert.

Entlang der lila markierten Route bewegte ich mich.
Die Straße, die wir befuhren ist die einzige ihrer Art in dieser Gegend. Sie führt von Bulawayo schnurstracks nach Nordwesten in Richtung. Viktoria-Wasserfälle an der Grenze zu Sambia. Für eine solche Hauptverkehrsader ist die Straße erstaunlich schwach frequentiert. Manchmal kommt für 10 Minuten kein Auto auf der Strecke vorbei.
 
Erst mal raus aus der Stadt. Auf der "Vic Falls Road"
Nach 150 Kilometern nordwestlich von Bulawayo ließ ich mich im scheinbaren "Nichts" des Landes absetzen. Hinein in den Busch und erst mal Gedanken sammeln. 

Wo war ich also jetzt genau? Meine grobe Mini-Landkarte gab wenig Auskunft, denn gescheite Karten gibt es offenbar keine mehr in diesem Land. Aber selbst gute Karten können ja keine Städte und Wege zeigen, wo gar keine sind. Das habe ich schnell begriffen. 

Was ist nun mit der lokalen Fauna - Löwen zum Beispiel? Wie würde ich reagieren, wenn sie nun einfach da stehen oder auf mich zulaufen würden? ...

Angekommen. Bloß wo?
Ich musste mich schnellstmöglich auf die Suche nach einem Dorf machen, denn von den Einheimischen waren gute Antworten zu erwarten. Also los.

Schon bald darauf näherte ich mich meinem ersten Matabeledorf, einem so genannten Umuzi. Es ist üblicherweise eine sauber eingezäunte Ansammlung von Hütten bzw. Häuschen für eine Familie. Wie ein kleiner Bauernhof. 
Ein sehr netter Mann, Qobile Kumalo (31), der Herr im roten Shirt, geleitete mich später über 1 Stunde durch den Busch, bis ich in ein weiteres Umuzi kam.Von ihm hörte ich auch, dass die Löwen in der Richtung sind, die ich gerade mit dem Pickup passiert hatte und weitere Großkatzen erst nach zig-Kilometern Marsch in meine Richtung zu erwarten wären. Also erstmal Entwarnung.

Qobile, dessen Nachbar und Qobiles Ehefrau
Nachfolgendes Foto zeigt den katholischen Freund Qobile, der nun ein weißes T-Shirt trägt, beim Durchqueren eines großen, brottrockenen Flusses. Die Leute aus der Umgebung graben etwa 1 Meter tief im Flussbett, um an Wasser zu gelangen.


Irgendwann kam ich zum Anwesen von Arnold (62) und Mevis (53) Mpofu. Bei ihnen durfte ich mein Zelt aufschlagen und wir kamen uns schnell näher. Ich bekam Essen, konnte mich waschen und durfte viele Fragen über das Leben auf dem Land ohne Strom stellen. 
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Hässlicher Kontrast: quietschblaues 20€ Zelt im Umizi

Das Bad ist bereitet.
Kleiner, mit Stroh als Sichtschutz abgegrenzter Bereich


Arnold mit meiner Bibel

Eine Feinheit ist mir aufgefallen: Eine Kerze lässt man nicht einfach so brennen, wie bei uns, sondern exakt so lange, wir das Licht benötigt wird, um sich zu orientieren. Dann wird sie zügig wieder gelöscht. 

Noch ein paar Fakten: 

Handyempfang gibt es keinen.

Die Kinder laufen 1 Stunde in die Grundschule und 2 Stunden zur weiterführenden Schule - jeweils einfache Strecke.

Gekocht wird auf offenem Feuer draußen oder in der Küche. Der Rauch zieht sowohl durchs Strohdach, als auch durch den 50 cm breiten Spalt ab, der stets zwischen Küchenwand und Strohdach gelassen wird.  
Küchenhaus. Geradewird das typische Frühstück zubereitet:
Tee und "Amaquebe lengwane" (süße Maismehlbrötchen)

Das tägliche Hauptgericht ist "Sadza", Maismehlbrei.
Dazu Gemüse und manchmal Fleisch, Huhn oder, je nach
Region, Fisch. Gegessen wird alles mit den Fingern.
Das Wasser wird "vom Nachbarn" aus einem 400 Meter entfernten Bohrloch herbeigeholt.  
Arnold wünscht sich einen eigenen Brunnen. Die Grabung kostet 20 US $ je 2 Meter. 10-12 Meter Tiefe braucht er.
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Apropos US $. Das ist die offizielle Währung im Land. Daneben der südafrikanische Rand im Kurs 1:7 bis 1:10. Der "Zimbabwe-Dollar" ist nach der Hyperflation abgeschafft. 

Die Preise vervielfachten sich täglich.  Die Inflationsrate lag Ende 2008 bei 90 Trilliarden Prozent. Eine Trilliarde ist eine 1 mit 21 Nullen, wie ich nachlas. Nachdem man für eine Banknote mit "100 Milliarden Dollar" keine Tomate mehr kaufen konnte, war es dann abermals aus mit der einheimischen Währung.
Eine wertlose halbe Million Dollar Note, die ich gefunden hatte.
Man hält üblicherweise Nguni-Rinder, Ziegen und Hühner und baut Mais an
Selbst gemachte Schubkarre
Typischer Stuhl eigener Produktion
Das nachfolgende Foto zeigt rechts eine Stätte zur Hochlagerung von Mais. Er wird in der Höhe getrocknet, so dass die Ziegen nicht herankommen.
Dann kommt er in das Haus auf dem gleichen Foto. Dieses Haus unterscheidet sich von anderen dadurch, dass ein Hohlraum zwischen Fußboden und Erdreich besteht. Grund ist ein Schädling, eine bestimme Termitenart, die man so fernhält. 
Später schließlich, bringt man die eigenen Maiskörner zur Mühle, wo sie gegen Bezahlung zu Maismehl verarbeitet werden. "Millie miel", das Grundnahrungsmittel schlechthin. 

Interessant, dass in Zimbabwe ein paar Worte aus der afrikaansen Sprache adaptiert wurden, obwohl hier keiner diese Sprache spricht. Aber "Millie miel" für erwähntes Maismehl, "Bakkie" für Pick-Up oder "Robot" für Ampel sind offizieller Sprachgebrauch.
Familiendorf-Idyll
Meine Herbergsleute Arnold und Mevis sind (was hier verbreitet ist) Sieben-Tags-Adventisten. Radikal in diesem alttestamentlichen Sabbatdenken verhaftet. Sie haben angefangen, mir diese Doktrin basierend auf Exodus 20,8 nahe bringen zu wollen. Ich habe erzählt, dass mir jeder Tag ein Sabbat ist, aber so einfach geht das auch wieder nicht :-)
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Bin aus Höflichkeit gepaart mit Neugier ihrer Einladung gefolgt und habe am Abend an einem Gottesdienst teilgenommen. War ehrlich gesagt froh, als ich da wieder weg war. Das hat stark was von Sekte. Nie so unfrohe Schwarzafrikaner in einem Gottesdienst gesehen.

Das ist keine Freiheit und kein Überwinden in Christus, sondern Bindung an eine gesetzliche Doktrin, die auf  alttestamentlichen Prinzipien beruht. Wie bei Zeugen Jehovas, Mormonen, Zionisten oder verbreitet im Katholizismus. Wieso lesen diese religiösen Gruppen denn keinen Hebräerbrief - Kap. 10, 17 - 24, frage ich mich? Nur mal Hebr. 10,20, in dem der "neue und lebendige Weg" beschrieben wird. Neu, d.h. weg vom Alten. Vom Gesetz des Alten Testaments. Lebendig, d.h. Jesus.

Oder über die Sabbatruhe in Hebr 4?
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Ein Teil der Gemeinde der Sieben-Tags-Adventisten. Links der Pastor.
Nette Menschen, denen ich von der Liebe Gottes erzählt hatte,
nachdem das Foto entstand.
Wie auch immer, Arnold und seine Frau waren reizende Leute und wir hatten eine angenehme Zeit. Sie freuten sich über Besuch und ich freute mich, dass ich etwas lernen durfte. Hatte mal für eines der Kinder gebetet und als ich ging, waren wir alle zusammen auf den Knien.
Die beiden jüngsten von Arnolds 9 Kindern

Auf den Dörfern ist mir was aufgefallen: Die Familien sind offenbar intakt. Jedenfalls, was ich vom Umgang miteinander beobachten konnte. In Südafrika beträgt die Alleinerziehenden-Rate 80%. In Zimbabwe sind mir gar keine durch Scheidung entzweiten Familien untergekommen.
Arnold und Mevis vor ihrem Haus - eine intakte Ehe, wie mir schien
Irgendwann hieß es Abschied nehmen. Es ist Sitte, dem Besucher das Gepäck abzunehmen und es eine zeitlang zu tragen. Das macht die Frau. Egal, wie schwer das Gepäck ist. Der Mann geht dann noch weiter ein langes Stück gemeinsam mit auf dem Weg. Leider wusste ich das am Anfang meiner Reise noch nicht und so hatte ich es Mevis verwehrt, meinen schweren Rucksack zu schleppen. Ich hoffe im Nachhinein, dass sie mir diesen Fauxpas nachsieht.

Weiter zieht der Bär ...
Der Tagesgruß "Hallo" in isiNdebele lautet "Salibonani" und wird mit einem herzerfrischenden, und meistens von strahlendem Gesicht begleiteten "Ja" = "Yebo" quittiert.

Auf meinem weiteren Weg begegneten mir manchmal sehr lange keine Menschen und ich dachte immer an meinen Wasservorrat. Anfangs hatte 4 Liter plus 0,5 Liter Reserve mitgeschleppt, aber 2 Liter irgendwann nicht mehr nachgefüllt, weil mir die Versorgung doch ausreichend erschien.

Zuweilen wurde die Reise angenehmer, weil ich mich selbst zu einer Fahrt auf dem Eselskarren einlud. 

Stets 4 Langohren. Nie 3 oder 2 und stets einachsige Wagen.
Nachfolgend Fotos vom Bubi-River-Dam, auch Bubi-Lupane-Dam genannt. Einem aufgestauten Fluss mit Fisch-, Seerosen- und Krokodilbesatz. Krokos hin oder her - hier wird das Wasser geschöpft und in meinem Falle auch ein Vollbad genommen und Kleider gewaschen. Stets mit schweifendem Blick auf mögliches Handtaschenleder :-) 

Bubi-Lupane-Dam mit 40 Millionen Kubikmetern Fassungsvermögen
Brunnen bohrte hier in der Gegend niemand, sondern alle holen das Wasser vom Fluss, der -weil aufgestaut- eher ein stehendes Gewässer ist. Das Wasser schmeckt tatsächlich sehr ausgeprägt nach Seerosenwurzeln. Im Gegensatz zum Wasser aus den Brunnen. Das schmeckt nach Brackwasser aus dem Hafenbecken. 
Abgesehen von den Schwebstoffen in beiden Fällen kein wirklicher Genuss, aber ist Auswahl ist mangels Geschäfte auf "Null" limitiert und Flüssigkeit muss sein :-) 
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Schön, aber nicht wohlschmeckend
Zurück zu den Dörfern. Am Bubi-River-Dam begegnete ich irgendwann ein paar Leuten. Die waren wie in einem "Indianerfilm" irritiert und wussten nicht, was sie mit mir umlungu = Weißer anfangen sollten. 

Besuch an "meiner" Wasserstelle
Sie ließen ohne mein Wissen nach dem "Häuptling" schicken, der dann in Person von Herrn Robert Donga (65) eintraf. Er stand da und sagte nichts. Nach einer Weile des Schweigens dachte ich, es würde vielleicht erwartet, dass ich mich bei ihm vorstelle und ihm Respekt erbiete. Genau so war es.

Nach einer Weile hieß es seinerseits "Let's go" und ohne Absprache wurde ich zu ihm nach Hause eingeladen.

Robert Dungas Umizi. Links die Küche mit dem Spalt zwischen
Wand und Dach; rechts das "hochgebockte" Maishaus
Robert Dunga, Leiter von 25 Umizi

Herr Dongas Sohn Thabani mit Ochsengespann zu Besuch

Exkurs Leitungsstruktur auf den Dörfern:
Herr Donga hat mir bereitwillig Auskunft gegeben. Er ist ein so genannter "Kraalhead" oder "Villagehead". Chef über 25 Dörfer. Über ihm gibt es einen "Headman", der 40 bis 50 Kraalheads vorsteht, bzw. 1000 bis 1200 Dörfern. Darüber ist als höchste Instanz der "Chief" angesiedelt. Der betreut ein riesiges Gebiet von mehreren Headmen.
Alle diese Ämter werden weitervererbt. In seltenen Fällen bekleiden auch Frauen diese Ämter. Zumindest weiß ich, dass es für Kraalheads gilt.
Als Fremder hat man sich -so will es die Kultur- zuerst beim Kraalhead vorzustellen, bevor man sich in seinem Gebiet bewegt. Er will wissen, was vor sich geht.
Diese Leiter sind Respektspersonen. Da wird nicht so mir-nichts-dir-nichts umarmt. Hatte ich jedenfalls so im Gespür und es entgegen sonstiger Gepflogenheit unterlassen.  -Exkurs Ende-

Sonnenuntergang - Robert Dongas Grundstück

Wenn ich nicht in einem Umizi war, übernachtete ich im Busch. Wenn die Sonne untergeht, wird es sehr schnell dunkel. innerhalb von 30 Minuten und etwa um 19.00 Uhr ist es aus. Aber diese 30 Minuten zwischen Sonnenunter- und Mondaufgang, sind speziell. Ich erinnere mich an einen Tag, wo ich aus meinem Zelt sah und mir das Lied How Great Thou Art in den Sinn kam. Im evangelischen Gesangbuch heißt es "So groß bist du". Jedenfalls habe ich aus dem Zelt gesehen, How Great Thou Art gesungen und gemerkt, wie mir Tränen auf den Schlafsack tropfen.  
 
Blick aus meinem Zelt
Manchmal habe ich beim Gehen in der Prärie Psalmen oder sonstige Bibelstellen auswendig gelernt, die ich zuvor auf ein Blatt abgeschrieben hatte oder ich habe laut in Sprachen gebetet. Hatte ja Zeit. Es war nie langweilig.

Störend waren allerdings die Fliegen der Gattung "Super-Lästig". Halb so groß, wie unsere Stubenfliegen, aber sehr aktiv. Versucht, lautstark summend in die Ohren und manchmal auch in Augen einzudringen. Bleibt man stehen, hat man den Salat, denn dann sind sie da, zahlenmäßig wie ein Bienenschwarm. Man muss sie durch Wegrennen abschütteln. Unschön bei 40 Grad und Gepäck. Also kann man sich eigentlich nicht in der Sonne ausruhen, denn da sind sie immer zu finden. Schatten gibt es aber auch keinen und so heißt die Devise wie beim Kreisklassentrainer: "Immer in Bewegung bleiben, Männer".

Welch ein Segen, dass ich irgendwann und irgendwo auf ein verlassenes Haus gestoßen bin. Sogar mit einem wackeligen Hocker. Der Schatten, den das lädierte Strohdach spendete, war ausreichend, um die summenden Störenfriede fernzuhalten. Einfach mal eine halbe Stunde hinsetzen können, war eine große Erleichterung.


Eigens von höherer Stelle für mich vorbereitet!
Schatten und Hocker.
Abgesehen davon war es so, dass Orientierung im Busch sehr schwer fällt. Mir jedenfalls. Wenn ist Sonne hoch steht, was sie immer tut, außer sie geht blitzschnell unter, so dass es dunkel ist, kann man kaum sagen, wo die Himmelsrichtungen sind. Wege oder markanter Bewuchs sind auch nicht vorhanden. Vielmehr sieht die karge Strauchlandschaft überall gleich aus. 

Da war ich heilfroh für meinen kleinen Kompass, der mir NW anzeigte. Doch selbst damit war es nicht leicht und ich war verblüfft, wie schnell man statt nach NW nach SO läuft. Unglaublich. Wie im Western, wenn der Cowboy in der Wüste voller Verzweiflung in den Augen, seinen vor Tagen weggeworfenen Sattel wiederfindet, weil er im Kreis gelaufen war. Aus.

Der billige Kompass war nachweislich besser, als gar keiner.

Nächste Episode: Das Buschkrankenhaus


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Dienstag, 14. September 2010

Reisebericht Zimbabwe Teil 2: Bulawayo

Mit 3 Stunden Verspätung kam ich in Bulawayo an. Ohne Absprache erwartete mich Jeffrey, ein Pastor aus Bulawayo. Genauer gesagt aus dem Vorort Barbourfields. Paul Raper, Papa Olis Sohn, der von meiner Reise nach Zimbabwe wusste, hatte das über einen weiteren Pastor in Port Elizabeth ohne mein Wissen in die Wege geleitet.

Sofort ging es zur Baptistengemeinde nach Barbourfields, wo mich Pastor Brighton bat, zur Gemeinde zu sprechen. Die ganze Gemeinde hat anschließend für mich gebetet und mich gesegnet. Ein schöne Erfahrung.

Pastoren Jeffrey und Brighton
Pastor Jeffrey, der das lokale "Agape Children's Ministry" betreut, nahm mich bei seiner Familie auf. Sehr, sehr nette und gastfreundliche Leute sind das. Dort blieb ich 3 Tage und erkundete Bulawayo (1 - 1,5 Millionen Einwohner). Die Familienmitglieder sind Shonas, leben aber in Matabeleland und können daher auch isiNdbele sprechen. Von ihnen ließ ich mir ein paar wichtige Phrasen, wie z.B.: "Darf ich mein Zelt hier aufschlagen?", übersetzen.


Hinten: die Eltern Jeffrey und Juliet
vorne: Eben-Ezer (8),  Ezra (5) und Sovereign (10) in Schuluniform

Die Kleinen sind das Stärkste, was ich bislang von der Spezies "Kind" kennen gelernt habe. Wir lagen z.B. zusammen auf dem Bett und die Kinder hatten eine Bibel - und kannten sie! Die haben Sachen gewusst?!?!

Aber sie waren nicht doof auf fromm dressiert, sondern die hatten Freude und Verständnis. Der kleine Ezra (Berufswunsch Missionar) fragte mich, ob ich ihm einen Vers zum auswendig lernen geben könnte. Die Kinder waren so in der Bibel daheim, so voll mit dem Wort, ich wollte es nicht glauben. Die Eltern sagten mir, sie verstünden das auch nicht alles, wie es sein kann. Auch, dass wenn sie beten, sie sagen Dinge im Geist, die können sie eigentlich gar nicht wissen. "Wo die das herhaben?". Sie beten für hungernde Kinder in Indien, oder dergleichen.

Dennoch waren es wohlerzogene, lachende und ansonsten normal spielende Kinder. Z.B. Fußball mit Nachbarskindern oder mit den kleinen Hundchen, die geschlüpft waren.


Jeffrey lehrt andere Pastoren über den Umgang mit Kindern. Auf einer solchen Veranstaltung war ich und Thema war unter anderem das Vorlesen des Wortes Gottes von Mutterleib an.

In den 3 Tagen in Bulawayo habe ich mich schnell zurechtgefunden und in bewährter Manier allseits meine Lieblingsfrage gestellt: "Kennst du / kennt ihr Jesus?". 


So wie bei den jungen Männern in einem Vorgarten.

5 Jungs, die selbstgebrautes, afrikanisches Bier trinken


Keiner war mir je für meinen geistlichen Impuls böse

Auch der Mann im Copy-Shop, bei dem ich meinen Pass kopieren ließ, war für Gebet dankbar.

"Ich war mal nahe bei Jesus, doch jetzt ..."

Na, so vergingen meine 3 Tage in Bulawayo wie im Fluge. Nachfolgend noch ein paar Impressionen:

Auf dem Markt

Hauptstraße - Robert Mugabe Way

Innenstadt

Autokennzeichen

Was noch? Moskitos haben mich etwas im Zimmer genervt.  Im Haus, wie in der ganzen Umgebung gibt es Ratten. Müllabfuhr ist nicht und aller Abfall muss im Hinterhof verbrannt werden. Einschließlich Plastikmüll.

Kinder bezahlen 30 US $ Schulgeld pro Nase und Halbjahr. Prostitution, Pornographie, Homosexualität und offener Alkoholkonsum sind verboten und so ist das Stadtbild ein anderes wie in vergleichbaren Großstädten. Ruhiger und sympathischer. Nicht so hektisch.

Mein karges Räumchen war nicht so karg, denn:

Wandbehang


Der nächste Eintrag lauert: "Über die Dörfer"

Sonntag, 12. September 2010

Reisebericht Zimbabwe, Teil 1: Anreise nach Bulawayo

Abflug. Outeniquaberge, George
Am Vorabend meiner Abreise habe ich meine Bibel im Gottesdienst vergessen. Ausgerechnet heute!

Ist mir noch nie passiert.

Doch Gott erhört Gebet und so hatte genau Brian, der mich tags darauf zum Flughafen brachte, meine Bibel gesichert.

Puh! Hätte sonst mit einer winzigen Gideonbibel, dazu andere Übersetzung, vorlieb nehmen müssen.


Brian von der Ekklesia hatte mich also zum Flughafen in George gebracht. Er blieb bis zum Abflug bei mir und wir hatten eine prima Zeit bei einem Cappuccino zusammen. Er gab mir eine Foto von sich und seiner Frau Chantelle, mit dem Hinweis auf Ps. 91. Habe ich gleich vor Ort mit Zuckerwasser in die Bibel geklebt.

Natürlich nur die Kante klebt!

Die Reise begann merkwürdig. Im Flugzeug hatte ich einen Fensterplatz und auf der gegenüberliegenden Seite sah mich ständig ein mir unbekannter Mann freundlich an, der den dortigen Fensterplatz inne hatte. Beim Aussteigen in Johannesburg kam er eigens zu mir, gab mir die Hand und sagte mit Engelsgesicht: "Gott segne dich!". Was war denn das für ein merkwürdiger Auftritt?

Der blonde Engel an der Gepäckausgabe

Im Terminal des OR Tambo Johannesburg sprach mich Gideon an, ein Taxifahrer. Ich entgegnete ihm, ich brauche kein Taxi, er hingegen brauche Jesus. Ich betete also für ihn. Wir unterhielten uns und na gut, ich brauchte am Ende auch ein Taxi und ich entschied mich eine 1/2 Stunde später, Gideon als Taxifahrer meines Vertrauens aufzusuchen. Er wollte, dass ich seiner Frau einen Bibelvers zukommen lasse, was ich tat. (Röm. 4,18f). Auf dem Weg zum eine Dreiviertelstunde entfernten Busbahnhof Park Station in Johannesburg, erzählte mir Gideon viel aus seinem Leben. Am Ende hatten wir uns beim Aussteigen im Arm. Klar.

Gideon, der freundliche Taxifahrer

Am riesigen Busbahnhof war ich voll mit Feuer! In den 8 Stunden Aufenthalt bis zu meiner Abreise mit dem Bus nach Bulawayo/Zimbabwe hatte ich für zahlreiche Menschen gebetet und/oder ihnen von Jesus erzählt, bzw. sie ermutigt, wieder näher zu ihm zu kommen. Das Feedback der Menschen war ausnahmslos positiv.

Bus- und Zugbahnhof "Park Station" Johannesburg
So betete ich für ein paar Schwarze von der Gepäck- aufbewahrungsstation. Einen weißen Bettler namens Gary. Einen Shona aus Harare/Zimbabwe, dem man kurz zuvor sein Geld geklaut hatte. Eine weibliche Bedienkraft im Restaurant "Buffalo's Bill". Einen Zulu auf dem Parkplatz vor dem Hauptgebäude. Joseph aus dem Zwergstaat Lesotho, der Zeugs aus seiner Heimat verkauft ...

Lawrence sprach mich an, als ich mich mal hinsetzte, um Bibel zu lesen. "Was sagt das Buch?" Ich erzählte es ihm und es war eine kleine Predigt  auf einem öffentlichen Platz in Johannesburg. Grandiose Zahl der Gemeindebesucher von "1" :-)


Lawrence
Irgendwann sprach mich ein anderer Mann an. Er hätte gesehen, dass ich für jemanden betete und das hätte ihn berührt. Er stellte sich als Thabo vor. 42 Jahre alter Pastor in einem 600.000 Einwohner großen Township bei Johannesburg namens Tembisa. Wir waren sofort eins! Er lud mich zu sich ein, in seiner Gemeinde zu sprechen. Jedenfalls lagen wir uns auch hier im Arm und haben lange füreinander gebetet. Das zog wiederum andere Zuschauer an, die Fotos von uns nehmen wollten. Weiße sind hier die absolute Ausnahme. Betende allzumal.
Die Szene erinnerte mich an den südafrikanischen Film "The Power of One", in dem es auch um die Freundschaft zwischen einem Schwarzen und einem Weißen in der Apartheidzeit ging.
Später, bei unserem Wiedersehen sagte mir Thabo, dass er im Kentucky gesessen hätte als Gott ihm sagte, er solle losgehen, er würde einen Mann finden, der für andere betet.

Mein neuer Freund: Thabo aus Swaziland, Pastor in Tembisa


Nikky, eine junge Ndebele-Frau sprach mich an, als ich im Warteraum kurz vor der Abreise mit dem Bus Bibel lesen wollte:

Hast du Freude an der Bibel? 

Ich habe Freude an Jesus. :-)

Auch hier folgte bald darauf eine unschöne Lebensgeschichte, die sie mir offenbarte. Ich betete erst bei der Ankunft in Bulawayo für sie.

Im Bus nach Zimbabwe, fuhren wir am späten Abend durch Pretoria. Da lagen an zwei unterschiedlichen Stellen Nichtsesshafte in Schlafsäcken wie Ölsardinen auf der Straße vor Schaufenstern der Einkaufsstraße. Vielleicht je 50. Ich nehme an, sie schlafen in größerer Gemeinschaft zum Schutz vor Übergriffen. Jedenfalls hatte ich da wieder feuchte Augen bekommen und wäre am liebsten zu ihnen gegangen - aber der Bus rollte.

Grenzübergang Beitbridge
An der Grenze zu Zimbabwe (Beitbridge) hatte ich den Eindruck, richtig in Afrika angekommen zu sein. 3 Busse liefen fast zeigleich ein. Die Grenzer hatten 4 Schalter, 5 Leute, aber nur einen Schalter besetzt. Der Rest unterhielt sich ungerührt, während die Schlange an der Passabfertigung immer länger wurde ...


Passabfertigung Zimbabwe mit einer Wartegemeinschaft
Ich musste für 30 US $ ein Visum erwerben und der zuständige Herr war von der alten Schule. Knapp und barsch in seinen Anweisungen. Macht mir aber nix mehr aus!
Er füllte das Visum irgendwann aus wie ein Grundschüler. Ehrlich. Laaaaaaaangsam. Die Augen ein paar Zentimeter von dem 5-zeiligen Dokument entfernt. Am Ende der wenigen Einträge war mein Name falsch geschrieben und andere Daten, wie die Gültigkeitsdauer des Visums  fehlten gänzlich.
Früher wäre ich vermutlich geplatzt vor Zorn - heute war es anders: Ich hatte ich ganz lieb mit seinem Namen, Segenswünschen und der Zusicherung, dass Jesus ihn liebt, verabschiedet.

Der Zoll lässt an der Grenze immer alle Busse entladen und jedes Gepäckstück leeren bzw. öffnen. Das dauert Stunden! So ähnlich, wie an der DDR-Grenze früher.

Bus vor uns: Kühlschränke und Möbel abladen! Eimer öffnen.
Allen Unwägbarkeiten zum Trotz - und obwohl der Fahrer noch 20 US $ Strafe wegen Geschwindigkeitsüberschreitung bezahlen musste, kamen wir irgendwann, d.h. 16 Stunden später in Bulawayo an.

Unser Greyhoundbus bei der Ankunft. Mangelhaft fotografiert!


Donnerstag, 9. September 2010

Zimbabwe ruft.


Der Geo geht auf Tour.

Seit Mai habe ich einen Low Budget-Trip für September nach Zimbabwe auf dem Herzen. 

Im Blog hatte ich das am 13. Juni (am Ende des Eintrages) angedeutet.


Samstag früh um 8.00 Uhr, also übermorgen, geht es mit einem Billigflugticket mit Kulula von George nach Johannesburg und dann per Bus bis zum Montagmorgen nach Bulawayo in Zimbabwe.

Dann möchte ich nach Nordwesten über die Dörfer - grobe Richtung Botswana, Sambia laufen. Nach biblischem Muster paarweise. 2 + 2. Der Vater mit dem Sohn und ich mit dem Heiligen Geist. :-)

Wie es da aussieht, was mich erwartet? - Keinen blassen Schimmer. Ich habe nur dieses innere Bild 45 Grad nach "Nordwesten", ausgehend von Bulawayo, im Kopf. 

Dank eines brandneuen 4€ Kompasses werde ich wohl die Richtung einigermaßen halten können.

Bin ja noch gar nicht da - das Foto stammt aus dem Internet
Da ich überzeugt bin, dass mein Begehren von Gott kommt, mache ich es halt einfach und laufe los. So wie immer. Damit bin ich bislang allerbestens gefahren. Genauso wie mit der Sache mit Themabethu und der Müllkippe. Da wusste ich ja auch vorher nicht, was das soll und was Er vorhat.

Es wird wohl mehr denn je eine Zeit, in der ich Abhängigkeit von Gott lernen werde und nicht auf meine eigenen "Stärken" vertrauen kann. Raus aus der Comfort-Zone des meist warmen Bettes im Township.

Sicher ist, dass ich von Jesus erzählen werde, denn eine andere Motivation habe ich ja nicht. Die Sache ist von Ihm und so wird Er sie gewiss auch mit den Verheißungen aus Markus 16 Verse 17 und 18 bestätigen. Warten wir also ab, was wird.

Wie das mit dem "Erzählen" genau sein wird, weiß ich allerdings noch nicht. Englisch ist zwar Staatssprache, wird aber nur von 2,5% als Muttersprache genutzt. Außerhalb der Städte wohl eher gar nicht, las ich. Dort, wo ich unterwegs bin, im Nordwesten Zimbabwes (Matabeleland), Teil des früheren Rhodesien, spricht man Ndebele. Das ist im Gegensatz zum in Zimbabwe vorherrschenden Shona wenigstens mit hiesigem isiXhosa verwandt. "Ei", "Brot", Wasser oder "Geld" sieht in der Schriftsprache sehr ähnlich wie in isiXhosa aus. Na, immerhin.   

Jedenfalls gibt das an dieser Stelle schon mal Raum für übernatürliches Wirken Gottes.

50-seitige Heftchen: "The amazing life of Jesus Christ"
und "Who am I that a KING would die in my place"

Habe ein paar Evangeliumsheftchen (hier der Text eines davon) zum Weitergeben, bedruckte T-Shirts für mich und das Schwert für Alle (siehe Foto oben). Ach ja, und einen ALDI-Schlafsack sowie ein umgerechnet 19€ Zelt, das ich hier gekauft habe. 

HiEnd Outdoorfreaks schlagen angesichts meiner "Ausrüstung" natürlich die Hände über dem Kopf zusammen. Etablierte Missionsgesellschaften wohl auch. Ich weiß, ich weiß :-)


Schlafsack, Zelt und Rucksack

Wie ich zurück komme, weiß ich noch nicht, aber es wird sich was finden. David Livingstone wusste das vorher auch nicht (ja, stimmt, er kam gar nicht zurück)

Als Reisedauer habe ich etwa 3 Wochen veranschlagt. Kann aber auch kürzer oder länger werden. Meine Handynummer gilt in dieser Zeit nicht. E-Mails empfange ich ebenfalls nicht. Vorübergehend gibt es also keine Nachricht von mir. 

September 2010: Informationszeitalter mit beschränkter Wirkung.

Am Montag, dem Tag, für den mein Eintreffen in Zimbabwe vorgesehen ist, lautet die Tageslosung:

Christus ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren. Epheser 2,17.

Sehr schön.

Nachbemerkung etwas außerhalb des Kontext:

Seit Tagen höre ich im Schleifenmodus das Lied, das ich in meinem letzten Blogeintrag gepostet hatte  "Holy" von Jesus Culture (Text unten). Da stimmt jede Silbe. Die Gegenwart Gottes ist spürbar hier, in meinem Townshipzimmerchen. Sensationell.

Wir müssen bestimmte Sachen oftmals erst selbst erleben, um Aussagen anderer Menschen verstehen zu können. 

Die Tiefe der Bemerkung eines Antennenfachmannes (kein Christ), den ich vor Jahren wegen einer Satellitenschüssel in dessen Elektronikladen um Rat fragte, wird mir erst jetzt deutlich:  

"Ich persönlich sehe gar kein TV. Ich lebe ja lieber selbst, als mir das Leben von anderen Leuten im Fernseher anzuschauen."

Der Herr mit Tiefgang hatte recht; und wie viel mehr stimmt seine Aussage für das Leben mit und in Jesus (Joh. 15).

In diesem Sinne: Seht stets auf Ihn! 

Gott ist gut. Immer!

__________________
Holy - Jesus Culture
Just one look on your face
Just one glance of your eyes
My whole world is changed – my whole world is changed
Oh, I seek only to see Your face
I don’t wanna go anywhere without You God
without Your presence!
Oh, let me see your face the beauty of Your holiness. 
God take me into the holy place!
And only one word comes to mind
There’s only one word to describe
Holy, Holy, Lord God Almighty
There is no one like You, You are Holy, Holy
...


Vieles von dem, was mich bewegt, fasst mein Freund Mike treffend in seinem letzten Blogeintrag von vorgestern zusammen.

Danke, Mike. Ich liebe Leute wie dich auch deshalb, weil sie über den Tellerrand hinaus blicken und nicht nur ein Leben lang auf die 3 verknitterten Erbslein vor sich starren!


Die Zeit ist kostbar und es gibt noch viel zu tun! 

Wenn man bedenkt, ist es Zeit!

Wenn man bedenkt, dass der Tag 24 Stunden hat,
wenn man bedenkt, dass das Jahr 365 Tage hat,
wenn man bedenkt, dass ein Leben wenige Jahre zählt -
ist es Zeit, sich aus der Umklammerung zu lösen,
ist es Zeit, Grenzen zu erfahren,
ist es Zeit, nach vorne zu blicken
und das Leben zu leben, als wäre es der letzte Tag -
bevor die letzte Stunde schlägt!

verfasst von Mike Meurer im Frankreich-Urlaub am 13. 09. 1994, 14 Uhr - und heute wiedergefunden

Montag, 6. September 2010

Pulloverschwimmen. Der Amazonasmissionar. Marienschwestern. Platt!

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Am Freitag Abend hatte ich unter anderem die leicht beschwipste Lee Ashley aus dem Township Nu Dawn Park zum Jugendgottesdienst gebracht. Ich bin immer wieder erstaunt, dass Gott die Menschen dort abholt, wo sie sind. Lee Ashley konnte sich während der Lobpreiszeit nicht mehr halten, vor Tränen. Das Mädchen ist angeblich 21, sieht aber aus wie 15.

Am Samstag hieß es Schwimmen gehen am kleinen Strand von Pacaltsdorp für Townshipkinder aus Nu Dawn Park. Die erste Staffel bestand aus Simoné, 10, und erwähnter Lee Ashley.

In Pacaltsdorp
Da habe ich wieder was gelernt. Diese Kinder haben einen sehr beschränkten Erlebnis- und Erfahrungshorizont. Das ist ja offenkundig. Bloß, wie äußert sich das, außer dass sie z.B. überall Müll hinwerfen, weil sie es nicht besser wissen und man erklären muss, dass ein Naturpark keine Müllkippe ist?

Es äußert sich zum Beispiel dadurch, dass die Kinder am Strand zunächst mit Vorbedacht die Schuhe ausziehen. Sich dann aber mit T-Shirt
UND Unterwäsche UND 2 Pullovern UND 2 Hosen übereinander bekleidet, bis zum Hals ins kalte Wasser begeben und sich dann wundern, dass sie anschließend nass sind und frieren. Huch?
Simoné und Lee Ashley

Nun gut, der Meeresstrand ist zugegebenermaßen völlig unbekanntes Terrain, obwohl nur 15 Autominuten von Nu Dawn Park entfernt. Dennoch hatte mich das Verhalten verblüfft.

Glücklicherweise hatte das weiße Jesusmobil Kaffee aus der Thermoskanne und einige Ersatzkleider im Kofferraum. Pastor Richard von der El Shaddai Mission, hatte mir eine ganze Autoladung voll gebrauchter Klamotten zur Verfügung gestellt, die nun größtenteils in einer Garage in George zwischengelagert sind. 


Foto oben: Trockenplatz und Ort meiner arg gestolperten Bibellese von Lk 15 in afrikaans. Ich frage mich danach oft, ob da ein geistlicher Same hängenbleibt. Die Ewigkeit wird es zeigen.

Lee Ashley

Simoné

Bald schlossen am Meer 7 weitere  Kinder, die das Meer eigenständig besucht hatten, Freundschaft mit mir. Für alle ein Obst und dann den Schwung von 9 Zwergen nebst einem kopflosen Fisch abtransportiert. 

7 Zwerge von hinter den 7 Bergen


Dann die ganze Prozedur nochmal. Bin mit Alicia, ihrer Mutter Bettie und ein paar anderen zum Meer gefahren.

Bettie
Alicias Mutter Bettie, 34. HIV pos., unverheiratet und mit dem 5. Kind schwanger. Die Fürsorge hat ihr alle 4 bisherigen Kinder weggenommen. Wenn ich, wie heute, gegenüber der zurückhaltenden Dame im Auto von Jesus rede und dazu Fragen stelle, denke ich an die Frau am Jakobsbrunnen in Joh. 4.  
Bettie rennt aber leider noch nicht los, wie ich mir das wünschen würde.

Apopros Rennerei. Am Samstag Nachmittag ging es dann für mich wie bei Jerry Cotton oder John Sinclair nach einer schnellen kalten Dusche weiter zum Folgetermin. 
In meinem Falle wie jeden Samstag zum Treffen mit 15-20 Christen unterschiedlichen Gemeindehintergrundes, zu Bill, 69, aus der Ekklesia-Gemeinde. 
  
Versammlungsraum im Haus von Bill
Mit Ausnahme der Coloured-Frau, Lenette, ist das eine reinweiß afrikaanse Angelegenheit. 
Ab 16 Uhr 2 Stunden Gemeinschaft mit Essen, dann 2 Stunden Bibelstunde und schließlich Jesustalk open end. Bis gut 23 Uhr im kleineren Kreis. Diese Jesusfreaks treffen sich mehrfach die Woche, aber ich kann Ekklesiabedingt nur samstags teilnehmen.
 
Eddie mit Gattin Caren
Johan und Leana
Gestern, am Sonntag Abend, war Arnold van der Spuy, 50, mit 11 Jahren bekehrter, südafrikanischer Missionar, einige Stunden zu Gast bei dieser Gruppe und hat vorgetragen. Gitarre, Gesang, aber vor allem eine herausfordernde Botschaft. 
Arnold wirkt im Dschungel des peruanischen Amazonasgebietes (www.amazonasmissions.com). 
Arnold
Leute, Leute. Hat der Kerl Power. Arnold, ein Bär beinahe wie sein Namensvetter aus der Steiermark bzw. nunmehr Kalifornien, toppt alle, die ich je gehört oder gesehen habe. Um Längen. Zwar ein international völlig unbekannter Typ. Doch ein absoluter Antizauderer, was mir da als neue Wortkreation einfällt. 
Welche Hingabe, Entschiedenheit, Leidenschaft, Liebe, Sicherheit im Wort, Authentizität, Autorität. Ein Original im besten Sinne. Mitreißend. Der Kerl hat andere und mich angesteckt, wie einen Strohhaufen. So ähnlich stelle ich mir Paulus' Wirkung damals vor. 
Am nächsten Tag, also heute, am Montag, habe ich noch die Nachwirkungen des Feuers an mir erlebt. :-)
In einem Outdoorladen der Garden-Route-Mall, in dem ich etwas kaufte, kam ich mit dem mir bis dahin unbekannten, weißen Inhaber namens Ignatius ins Gespräch. Er erzählte mir von seiner gescheiterten Ehe und seinem Gefühl, von Gott berufen zu sein. Ich erzählte über Vergebung und anderen Dingen. Am Ende stand ich in seinem Geschäft und legte ihm und seinem farbigen Assistenten, Warren, die Hände auf und bete für sie. 

Die Szene war angesichts des Umfeldes des Einkaufszentrums leicht bizarr, aber Ignatius hatte sich gefreut - es war ihm wichtig, sagte er. Ich habe mich auch gefreut und Jesus auch und so war es eine "win-win-win" Situation.
Bizarr geht aber noch besser: Später, vor dem Steakhaus Spur's in George, hat mich ein farbiger Parkplatzwächter angesprochen. Schwupps hatte ich ihn im Arm und er mich. Von Jesus erzählt und schließlich mit seinem Kumpel, einem weiteren Parkplatzwächter, zu dritt an der Hauswand am Parkplatz gekniet und Jesus angerufen. Krass. Was da wohl die Passanten denken? :-)
Dazwischen, ebenfalls am Montag, großes Erstaunen auf anderem Gebiet bei mir. Die von mir geschätzten Marienschwestern aus Darmstadt-Eberstadt hängen ja überall diese Metallplaketten mit Bibelzitaten und geistlichen Versen in Druck-Schönschrift auf. 
Wohl zumeist, um Wanderer an Ausflugszielen zur Besinnlichkeit anzuregen. Stets unten rechts signiert mit "M.B." - Mutter Basilea.
Sieht man im Odenwald und auch sonstwo. Hab' auch mal am Blautopf in Blaubeuren eines entdeckt.
Das Schild der Verkehrsbehörde ist NICHT von den Marienschwestern.
Hat ja gar keine Schönschrift!
Heute war ich jedenfalls in Pacaltsdorp unter anderem bei der regionalen Straßenvekehrsbehörde (siehe Foto oben), nachdem ich mit Alicias Mutter Bettie bei Home Affairs  einen Personalausweis in der Stadt beantragt hatte. 
Habe bei der Straßenverkehsbehörde einen schwarzen Fahrlehrer im Arm gehabt und für ihn gebetet, aber das ist jetzt nicht mehr das Thema. Das Thema ist vielmehr:
 
Glaubt man das denn?
Tatsächlich! 10.000 Kilometer von Kanaan in der Heidelberger Landstraße zu DA-Eberstadt entfernt, hängt eine Plakette der Marienschwestern mit einem Ausspruch aus Jesaja 28,29. 
Da war ich richtig platt!
Doch nicht nur ich war platt. Auch der NISSAN!
Hier wird also -ebenfalls heute- der Reifen des NISSAN bei "Palm Tyre" in George mit einer Ahle und einem Klebedübel aus Kordel geflickt.

Jede Branche zieht sich wohl von klein auf seinen Nachwuchs. 

Die Reifenreparaturfachkräfte der Zukunft rekrutieren sich ganz offensichtlich in signifikanter Anzahl aus Nu Dawn Park :-)

Gesehen vor dem Haus von Leena

Das war wieder ein längerer Eintrag. Das Lied des Tages, das mich ununterbrochen beim Schrieb begleitete, ist jenes. Thema Heiligkeit Gottes: 



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Mittwoch, 1. September 2010

Gedanken zu arm und reich. Ein Lied an die Braut.

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Wenn ich mich selbst beobachte, fällt mir auf, dass ich schon seit längerer Zeit kein großes Interesse mehr verspüre, mit Menschen theologisch über ihre oftmals unverrückbar erscheinenden Vorurteile über "Gott - Jesus - Bibel" zu diskutieren. 

So betrachte ich den Wandel mancher der zahlreichen sozial besser gestellten Menschen hier in George und hie und da glaube ich deren Härte und Ignoranz wahrzunehmen. Mir ist wohl bewusst, dass arme und reiche Menschen gleichermaßen auf Gott angewiesen sind und Veränderung brauchen - manche wissen es allerdings nicht und kleistern ihre Seele zu.

Es ist nicht so, dass ich die Menschen ablehne. Ganz im Gegenteil. Ich bin freundlich und spreche, wo es passt, aber es zieht mich nicht so sehr in ihre Gemeinschaft, stelle ich fest.

Für diese "Front" der materiell gesinnten und "evangeliums-restistenten" Bevölkerungsschicht bin ich offenbar nicht bestimmt, denke ich. So ähnlich könnte sich vielleicht auch Paulus gefühlt haben, als er meist erfolglos zuerst in den Synagogen der jeweiligen besuchten Stadt diskutierte, um enttäuscht auf seine jüdischen "Brüder nach dem Fleisch" zurückzublicken.

Schwer ist es bekanntlich für einen Reichen, ins Reich Gottes zu kommen.

Da muss ich auch an meinen Freund Mike denken (hier sein Blogauftritt), der mir vor 2 Jahren ein Faltblatt des Missionswerkes "Bruderhand" zeigte. "Nr. 705 - Warum du aufs Missionsfeld gehen solltest" vom verunglückten Gospelmusiker Keith Green.
  
In dem 30 Jahre alten Traktat war die Aussage zu finden, dass keiner das Recht habe, das Evangelium mehrfach zu hören, solange es Menschen gibt, die es noch nie gehört haben. Ich fand es damals viel zu hart, als ich es las, aber ich fange an, die Botschaft angesichts der noch immer unerreichten Menschen zu verstehen. 


Davon mal ganz abgesehen: Hier eine schöne Coverversion von Keith Greens musikalischer Interpretation des Gleichnisses vom verlorenen Sohn:






Hier gibt es Teil 2 der "Prodigal Son Suite".

Was mich betrifft, bin ich jedenfalls erstaunt, wie viel Freude ich ein ums andere Mal mit denen habe, die keiner haben will. Wenn ich, wie gestern, "testweise" an meinen Abschied von diesen Schäfchen nachdenke, überkommt mich darüber große Traurigkeit.

Nur mal den vergangenen Tag als Beispiel, was so war:

Mit Alicia und ihrem Onkel Johannes hatte ich Verwandtschaft auf einer 30 km entfernten Farm aufgesucht, um eine Todesnachricht zu überbringen.

2 Cousins, Tante und Alicia auf einer Farm bei Geelhoutboom

Alicias kleiner Cousin auf der Farm
Später, auf der Müllkippe, habe ich einfach länger mit ein paar Jungs zusammen gesessen, viele Mandarinen gegessen und über das Herz gesprochen.

Justin, Johannes, ?, Jean, Ronny, Mannikji

Am Ausgang der Müllkippe traf ich später den Wachmann Qolisa. Wir haben eine Stunde über Jesus geredet.  

Qolisa sagte: "Ich will Menschen fischen". "Ich möchte Weisheit von Gott". "Ich verstehe das mit dem Zehnten geben nicht". "Wie bekomme ich Wissen vom Kopf ins Herz?" ."  ...  "

Ist das nicht wunderbar. Was hatten wir für ein schönes Gespräch - und Gebet. Es ist für mich viel vielfach befriedigender ein solches Gespräch mit einem offenen Menschen zu führen, als der vorgefassten Meinung zu begegnen, dass Gott nicht existiert und desgleichen mehr.


Der Xhosa Qolisa aus Thembalethu
Irgendwann habe ich mir im Supermarkt in George ein Grillhähnchen gekauft und mich vor dem nächsten Termin zum Essen an den Straßenrand gestellt. 

Mir begegnen aber auch immer die gleichen "Typen" :-)


In diesem Falle hatte ich einem mangelhaft beschuhten Herrn namens Sydney October etwas abgegeben, aber unser Gespräch handelte natürlich nicht von die Vorzügen von Grillhähnchen ...


Sydney October, der nicht wusste, dass sein Name
auch der Name einer Großstadt in Australien ist


So ist das also. Totaler Themenwechsel:

Ebenfalls gestern hatte ich das dringende Bedürfnis, einem lieben Freund in Deutschland das Lied, "Sichelmond", zu senden und es für ihn zu übersetzen. 

Jetzt kommt es in den Blog - vielleicht spricht es ja noch jemanden an. 

(Das Lied nimmt unter anderem Elemente aus dem "Lied der Lieder", dem Hohelied Salomons auf, in dem Salomon und im übertragenen Sinne Jesus zu seiner Braut spricht. Die Bibel benutzt das Bild der "Braut Jesu" für die Gemeinde seiner Nachfolger.)


 

Nach dem Einleitungsgebet über die Liebe Gottes heißt es:


Heute Abend scheint der Sichelmond nur für dich!
Darf er bis in dein Herz tanzen und seine Arme um dich legen?
Denn wenn er könnte, würde er dir einfach sagen,
wie tief meine Liebe (hier drin) für dich ist: 

Menschenkind, ich weiß, dein Herz ist zerbrechlich,
denn die Zweifel nagen an dir und du bist leer und mutlos
aber wenn du meine Augen nur für einen Moment lang lesen könntest,
würdest du eine Braut erkennen, in Weiß gekleidet. 

Und weißt du, wer das ist?
Kann deine irdische Seele begreifen, nach wem ich mich verzehre?

Das bist DU, meine Braut in Ewigkeit
ein Blick aus deinen Augen und aller Schmerz vergeht.
Das bist DU, Geliebte an meiner Seite!
Ich bin hier, bei dir, in dir, um dich, nur um dich lieb zu haben...

Und auch wenn du mir die Tür vor meinem Gesicht zuschlagen solltest,
und die Lügen bleiben, dass du glaubst, dass ich nicht bin,
werde ich dennoch  stets kommen und dir meine Liebe zeigen,
ein gebrochener Körper, der an einem Kreuz hängt.

Und weißt du, wer DU bist ?
Kann deine irdische Seele begreifen, nach wem ich mich verzehre?

Das bist DU, meine Braut in Ewigkeit
ein Blick aus deinen Augen und aller Schmerz vergeht.
Das bist DU, Geliebte an meiner Seite!
Ich bin hier, bei dir, in dir, um dich...

Das bist DU, meine Braut in Ewigkeit
ein Blick aus deinen Augen und aller Schmerz vergeht.
Das bist DU, Geliebte an meiner Seite!
Ich bin hier, bei dir, in dir, um dich...

Ich bin hier, bei dir, in dir, um dich, nur um dich lieb zu haben! 
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