Church building / Kirchengebäude in Thembalethu

... God has chosen the weak things of the world to confound the things which are mighty; And base things of the world, and things which are despised, has God chosen ... (1Cor 1:27.28) p>p>p>

Dienstag, 7. Dezember 2010

Alica - auf ein Neues

Vergangenen Sonntag erschien Alicia nicht am verabredeten Treffpunkt an ihrem Wohnort, von wo aus ich sie immer zum Gottesdienst abhole.

Also fuhr ich später zu ihr, nur um von ihrer Tante zu hören, dass sie sich auf der Müllkippe aufhält.

Auf der Müllkippe begegnete mir das Mädchen. Sie hat 2 Tagen auf der Halde geschlafen, ohne in der Zeit etwas gegessen zu haben.

Der bekannte Grund: Ihre Umgebung, auch die Tante, schreien sie im Suff an und weiß ich, was sonst alles noch. Da sind die Tränen wieder gerollt, bei dem Kind.

Hier lacht sie wieder. Essen und Decke für die
zunächst letzte bevorstehende Nacht auf der Müllkippe
Um es abzukürzen: Am nächsten Morgen haben wir ihre Sachen geholt und nun ist sie für ein paar Tage auf einer Farm eine gute halbe Stunde von George entfernt. Wer mich oder Jochen kennt, kennt auch die Farm :-)

Dort hat sie erstmal Ruhe und kann ihre Gedanken sortieren. Eddy und Jenny, die aus den USA zurückgekehrt sind, versorgen sie mit dem Alltäglichen und beschäftigen sie etwas in Küche und Garten. So lautet jedenfalls der Plan.

Habe noch nie so dicke Tränen gesehen!
Schon besser: Jenny, Alicia und Hund 'Jess'
Wie die Sache langfristig weitergeht, weiß ich nicht. Bin aber entschieden, dass sie weitergeht. Erstmal bin ich froh, dass eine kurzfristige Lösung gefunden ist.

Die zuständige Sozialarbeiterin hat sich übrigens nunmehr auch aus dem "Fall" offiziell ausgeklinkt, denn Alicia ist nun 16 Jahre alt und muss selbst entscheiden, was sie macht.
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Freitag, 3. Dezember 2010

'n Schritt für Männer

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Somalischer Spazashop in Zone 9, Thembalethu
Als ich in Thembalethu mit somalischen Moslems in Zone 9 über Jesus, Maria, Allah und Mohammed in einem ihrer so genannten Spazashops diskutierte und mein Traktat in arabischer Sprache aushändigte, beschlich mich ein sehr ungutes Gefühl ob der spürbaren Ablehnung ihres einzig möglichen Retters.

Da sie Ihn ablehnen, lehnen sie mich ab, was ausgesprochen biblisch ist, aber man möchte ja als Mensch ungern abgelehnt werden.

In einer Taverne in Zone 7, ebenfalls in Thembalethu, die angeblich nie ein Weißer zuvor betreten hat, erging es mir ebenso.

Zähes, sinnlos erscheinendes Diskutieren mit jungen, angetrunkenen Männern, bar erforderlicher Selbstreflexion und Einsicht.

Puh, zähes Geschäft, dachte ich mir, als ich mit meiner Bibel und einer Dose Fanta Orange bewaffnet, in Heilsarmeemanier, Römer 3,23 zum Besten gab. :-)

Die "Schwarzen Kirchen" in Thembalethu seien voll, die "Weißen Kirchen" in der Stadt aber zunehmend leer, hieß es unter anderem höhnisch aus berufenem Mund aus der Trinkerrunde.

Mir tun die Menschen leid und ich bin nicht verletzt, sondern eher traurig.

Millionenbestseller von W.Busch
So wächst man wohl auch - in den einsamen Stunden allein mit Jesus! Das sage ich ohne Wehmut.

Es ist bei alledem haargenau so, wie Pfarrer Wilhelm Busch in seiner 50 Jahre alten Predigt "Achtung, Sie befinden sich in Lebensgefahr" bei Minute 29:10, sagt:

"Christenstand ist kein Kinderspiel, wie das heute gehandhabt wird - das'n Schritt für Männer."

Ich muss schmunzeln, doch gefühlter Weise kann ich sagen, er hat recht, der gute Willem. 

Am Strand liegen und Micky Maus lesen, fällt leichter.

Als ich gestern Abend am Krankenhaus ankam, war ich obendrein der einzige Beter am Platze.

Aber: "Wenn ich schwach bin, bin ich stark", so Paulus.

Diese Gewissheit im Rücken konnte ich wenigstens an diesem potenziell entmutigenden Tag für Menschen beten.

Besonders schön war, dass ich im Krankenhaus an diesem Abend sehen konnte, dass unter anderem einer Frau, für die ich betete nicht nur die Schmerzen genommen wurden, sondern auch, als sie Jesus ihr Leben gab, der "innere Druck" plötzlich weg war.

Das hat für alle vorherige Ablehnung entschädigt. Danke Jesus!

Erstgenannte Aussage: Ganz eurer Meinung, AWO!
Als ich den guten Samie zuletzt, also gestern, im Krankenhaus, besuchte, hatte er sich von der Operation bereits einigermaßen erholt. Ihm wurde u.a. Haut vom Bein großflächig auf den rechten Arm transplantiert. So weit, so erfolgreich.

Samies Habseligkeiten wurden allerdings zu allem Überfluss in seiner Abwesenheit komplett aus seiner Wohnstatt geklaut.

Die Kleider, die er auf dem Leib trug, waren durch den Anschlag verbrannt und sind bereits vom Krankenhauspersonal entsorgt worden.

Also begegnet mir Anfang Dezember 2010 ein Mann im Alter von 62 Jahren, dem nicht mal das sprichwörtliche "letzte Hemd" geblieben ist. Das ist doch ein starkes Stück! AWO: Tun Sie was!

Mit dem Täter, Biza, habe ich gesprochen, ob ich Samie etwas von ihm ausrichten soll, wenn ich ihn wieder besuche.  

"Nein".
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Dienstag, 30. November 2010

Kinder zwischen Bier und Bär

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Jedes Kind kennt hier Bierflaschen, aber nicht jedes Kind kennt Plüschtiere. Er hat ausnahmsweise beides.

In Lawaaikamp
Kinder haben ihre eigenen Erschwernisse und seien es 6 Finger und 6 Zehen, wie ein mittlerweile verzogenes Nachbarskind.


Das Maß an Vernachlässigung ist hoch. Die beiden nachfolgenden Fotos entstanden letzte Woche in einem Haus in Thembalethu, Zone 9, das die betrunkene Mutter verlassen hatte. Sie besuchte Nachbarn.

Winziges Baby allein zuhaus


Keiner sah nach den zurück gelassenen Kleinen. Das größere Kind auf dem Sofa schläft.

Mein entsprechender Einwand gegenüber der Mutter wurde kommentiert: "Ach lass' sie".

Aber hin zu den positiven Dingen:

In Lawaaikamp traf ich auf einen Schwung Mädchen, die mich Mitte November nach unserer Jesus-Unterhaltung fragten, ob ich zu Weihnachten wieder vorbeikommen würde, um Geschenke vorbei zu bringen.

Mir scheint, Nikolaus, Christkind und Jesus sind hier auch irgendwie zwischen Mythos, Märchen und Wirklichkeit miteinander verwoben. :-)

Onkel, kommst du mit Geschenken wieder?
Überhaupt Kinder. Die sind überall.

Gestern vor meinem Palastgebäude in Thembalethu
Diese unbeschwert wirkenden Kinder auf dem nachfolgenden Foto bescherten mir ebenfalls gestern ein Hochgefühl, kurz nachdem mir in einem Moslemladen harter Herzensgrund begegnete, und mir dieser Umstand etwas aufs Gemüt zu drücken drohte. Gott ist gut.

Wir haben kurz darauf gemeinsam auf der Straße gebetet und die Mädchen haben sich angehört, wie ein Chor von Engelchen.

Engel-Straßenchor von Zone 9, Thembalethu
Auch diese Kinder haben gebetet:

Eintracht in einem Haus
Ob und was jeweils hängenbleibt, weiß ich nicht, man wird es nicht pauschal beantworten können. Sie haben wenigstens die Botschaft gehört.

(Jesus) sprach:


Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt
und werdet wie die Kinder,
so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen!
(Mt 18,3)
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Sonntag, 28. November 2010

Der NISSAN: Treueprädikat entzogen!

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Nachdem der treue Begleiter einerseits ständig wegen irgendwelcher Macken in der Werkstatt steht, andererseits sich aber im Alltag durch treuen Dienst auszeichnet, muss ich mich dennoch nun veranlasst sehen, ihm das Treueprädikat vorübergehend zu entziehen.

Nachdem eine defekte Benzinpumpe just durch den legendären HB Johnnyboy gegen eine Neue ausgetauscht wurde, gab diese brandneue Benzinpumpe am vergangenen Freitag  - nach der Müllkippenaktion -   ebenfalls ihren Geist auf. Mausetot. Da war ich bedient.

Koos schleppte mich in die Werkstatt und noch 'ne neue Benzinpumpe war fällig.



Nach der Reparatur bin ich weggefahren, nur um ein paar hundert Meter weiter erneut liegenzubleiben. GRRR!

Das Fahrzeug habe ich allein in die Werkstat zurück geschoben, um dann Zeuge allgemeiner Ratlosigkeit beim Expertenteam zu werden.

Expertenteam um die Werkstattbesitzer Koos und Leon
Da die Fehlerquelle weiterhin nicht gefunden ist, werde ich also längere Fahrten vermeiden und mich aufs Stadtgebiet beschränken müssen, wo im Fall der Fälle Hilfe zu erlangen ist.

Leon
Diese ganze Angelegenheit ist nicht schön, relativiert sich aber schnell mit Blick auf die Ewigkeit! :-)

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Samstag, 27. November 2010

Neues von der Müllkippe: Noch'n Gartenwerkzeug

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Während meiner Anwesenheit geht es üblicherweise auf der Müllkippe halbwegs friedlich zu. Allerdings ist das nicht immer so.

Siehe die Attacke gegen Samie am vergangenen Sonntag.

Am gestrigen Freitag bei meinem Besuch war alles in gewisser Aufregung, als ich mit Alicia vorfuhr, denn der zugedröhnte Freddie hatte den Entschluss gefasst, dem Leben von Willem ein Ende zu setzen.

Hierzu war er mit einer Machete angetreten - siehe unten.

Freddie aus Silvertown mit Machete außer Rand und Band
Willem, der momentane Feind Freddies
Wie man es aus mittelmäßigen Martial-Arts-Filmen kennt, standen sich die Kontrahenten mit langen Stöcken und Machete gegenüber und schlugen aufeinander ein, so dass die Stöcke brachen.

Freddie traf Willem einmal mit der Machete am Hals, offenbar jedoch mit der stumpfen Seite, so dass es keine gravierenden Verletzungen gab.

Zudem wollte er ein 'Speichenmesser', oder wie man das Teil nennen könnte (eine kurze Fahrradspeiche in einen Holzstab als Stichwerkzeug eingelassen), einsetzen.

Überdies bewarf Freddie seinen Kontrahenten 2-mal in seiner Wut mit halben Backsteinen. Einer traf Willem am Bein, ein weiterer sauste aus kurzer Entfernung geworfen, wenige Zentimeter an dessen Kopf vorbei. Unglaublich - wenn der getroffen hätte!

Hier wird Willem von Menschen und 4 Hunden gejagt

So, was nun tun?

Die Lage war unübersichtlich. Wer ergriff für wen Partei? Einige Holzlatten wurden aufgenommen. Andere waren vollkommen verschüchtert. Immerhin sind ja auch Frauen und Kinder am Ort.



Mancher Moment auf der Müllkippe, den ich nicht fotografiert habe, wäre gestern rechtlich betrachtet, einen polizeilichen Schusswaffengebrauch wert gewesen.

Doch ich war abgesehen von der Waffenrüstung Gottes aus Eph. 6,16.17,  dem "Schild des Glaubens und dem Schwert des Geistes, also dem Wort Gottes", lediglich mit Obst und Brot bewaffnet. Dazu ein T-Shirt als Schutzweste.

Es ging dank Jesus alles gut.

Vor ein paar Tagen hatte ich den Vers Mt 5,9 auf afrikaans gelernt, warum wusste ich nicht.

Heute konnte ich ihn lautstark auf der Müllkippe gebrauchen und in die Runde rufen.  Zu all denen, die passiv alles über sich ergehen lassen und zu denen, die sich aktiv am Streit beteiligen.

"Selig sind die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen!".

Irgendwie unwirklich, wie in einem Film und doch mittendrin, statt nur dabei.

Es hat sich allem Anschein nach bezahlt gemacht, dass die letzten 9 Monate Vertrauen gewachsen ist. Und so konnte ich Freddie schließlich überzeugen, die Machete mit mir gemeinsam wegzulegen und die Kontrahenten trennen. Keine Ahnung, wie die Sache sonst ausgegangen wäre. Der Typ war richtig sauer. So richtig ...

Mein Einwand, dass die Aktion im Krankenhaus und/oder im Knast enden muss, war allerdings nicht ausschlaggebend. Das sehen diese Menschen offensichtlich in ihrem Affekt nicht. Ich meine, das Leben ist ihnen wenig wert. Alkohol oder Drogen, die zu Realitätsverlust führen, nehmen hier, nach allem was ich weiß, beinahe jeden in Beschlag.

Das Einsatzende naht. Freddie entspannt sich etwas
Was war der Grund der Auseinandersetzung? Freddie bezichtigte Willem, ihm 20 Rand, also umgerechnet gut 2 € geklaut zu haben. Wow. 2 € !

Alicia sagte, dass es einen Totschlag für 1 Rand, also 10 Eurocent oder 20 Pfennig gab.
Das erinnert mich an eine Bildzeitungsüberschrift von vor Jahrzehnten: "Rentner wegen 40 Pf. erschlagen!"

Jedenfalls habe ich Freddie 2 € gegeben, damit an dieser Stelle Ruhe ist.

Das löst das Grundproblem nicht, trug aber erst mal zur Befriedung bei. 

Illustre Runde nach dem Sturm: Justin, Willie und
Smoky - Alicias mutmaßlicher Schänder
Den Willie in der Bildmitte, hatte ich hinterher einige Zeit im Arm. Ihm waren die Tränen beim Anblick der Aktion gelaufen. Es ist ja auch wirklich traurig.

Tja, hier auf der Müllkippe gibt es sehr unterschiedliche Charaktere. Sensible, scheue Vertreter und Streitsüchtige.

Alicia hat mich gefragt, ob ich ihr helfen könnte, für 2 oder 3 Wochen aus ihrem Umfeld heraus zu kommen. Schreien, Saufen und dergleichen sind für das Mädchen logischerweise belastend. Tag für Tag und Nacht für Nacht. Zudem wird stets versucht, sie zum Rauchen und Trinken anzustiften. Es ist sooo schwer, in dieser Umgebung standhaft zu bleiben. Ich wäre in dem Alter wohl schon längst eingeknickt. Bzw. ich bin es ja ...

Wir werden also sehen, was sich arrangieren lässt.

Was mich betrifft, so habe ich eine regelrechte Abneigung gegen Alkohol und jegliche Art von Drogen entwickelt. Jeden Tag mit den Folgen konfrontiert zu sein, macht nachdenklich.
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Freitag, 26. November 2010

Neues von Samuel - TIK

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Samie Anfang Mai auf der Müllkippe
Samuel arbeitet, wie berichtet, seit Monaten auf einer Farm etwas abseits von George. So gesehen, ist alles im Lot.

Vergangenen Sonntag jedoch war er auf der Müllkippe.

Dort schlug ihm der junge Biza ein Gartenwerkzeug, vermutlich Mistgabel, auf den Hinterkopf, so dass Samie bewusstlos in ein loderndes Feuer fiel, aus dem er sich durch die Ohnmacht bedingt, nicht gleich selbst befreien konnte.

Er trug neben der Kopfwunde schwere Brandverletzungen davon.

Am rechten Arm z.B. sind die Sehnen oder Nerven derart in Mitleidenschaft gezogen, dass er die nunmehr gefühllose Hand, die in einem Handschuh steckt, nicht mehr bewegen kann. Die Haut ist logischerweise auch weg und Schläuche transportieren die Gewebsflüssigkeit ab.

Armer Samie!

Gestern Abend konnte ich ihn mit Rueben, Tanja und Jeanné aus der Ekklesia-Gemeinde besuchen. Am Montag waren schon andere Leute aus der Ekklesia bei ihm, da wusste ich aber noch nichts von seinen Verletzungen. Ich erfuhr es erst am Dienstag von Alicia.

Samie mit Westley
Man glaubt es ja kaum, wie gering der Anlass hier immer wieder ist, um jemanden zu töten oder schwer zu verletzen

Samie hatte den Täter lediglich gefragt, was er in der abgestellten Tasche von Samies Freund Oom Koos sucht, worauf Biza sogleich ausrastete.

Tatsächlich hatte Oom Koos Geld in der Tasche. Vielleicht war das das Zielobjekt, um Drogen zu kaufen?

'Oom Koos' im Juni in Silvertown
Wie es heißt, stand der Täter unter dem Einfluss der hier sehr verbreiteten Droge "Christal Meth", bzw. "Christal Speed", die in Südafrika unter "TIK" firmiert.

Das Zeug ist mit umgerechnet 5 € pro Einheit relativ billig, macht angeblich bereits bei Erstkonsum abhängig und führt zu Realitätsverlust sowie starker Aggressivität. Man sagt, es sei gefährlicher als Heroin und vergleichbar harte Drogen.

Westley, Alicia, Samie und andere - das Leben ist nachweislich sehr rauh in den "Coloured Communities".
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Donnerstag, 25. November 2010

Neues von Trevor



Trevor, der 21 Jahre alte Sohn meiner Vermieterin Smava, war sehr schräg drauf.

Er versuchte sein Glück in Kapstadt und geriet in einen negativen Strudel.

Schwarz lackierte Fuß- und Fingernägel, lautstarke Hasstiraden gegen seine Mutter sowie eine verbrannte Bibel, waren noch die geringsten Anzeichen einer unguten Lebensführung, die nach seiner Rückkehr nach George zu beobachten war. 

Trevors vor 6 Monaten verbrannte Xhosa-Bibel

Vor genau 2 Monaten, als ich von der Reise nach Zimbabwe zurückgekehrt war, hat er mich noch als ich meinen Rucksack trug, sofort angesprochen und mir erklärt, es gehe ihm nicht gut. 

Er würde von einem "schlechten Geist" verfolgt und habe Angstzustände. 

Das lag bei seinem exzentrischen Verhalten und seiner Vorgeschichte auf der Hand und ich habe vor Monaten schon über die vermutete dämonische Belastung berichtet.

Ich hatte ihn damals, also vor 2 Monaten, zum Gebetstreffen am gleichen Tag in die Ekklesia eingeladen und gesagt, dass er heute frei werden wird. Auch, dass es einen inneren Kampf geben würde, der es ihm schwer werden ließe, zu bleiben. Genau so war es. 

Am Ende lag er aber auf dem Boden da und einige unreine Geister haben ihn verlassen.

Anschließend hat der Katholik, der unlängst mit seinem Priester ein Gespräch führte und sich erkundigte, ob er selbst Priester werden könne, sein Leben Jesus gegeben.

HALLELUJAH!  


Trevor hat sich bei jedem einzelnen der Gebetsgemeinschaft von Herzen bedankt.

Er, der stets unberechenbar, kalt und widerspenstig agierte. 

Das war eine lange Prozedur mit dem jungen Mann, aber Jesus war einmal mehr stärker. 

Seine Mutter hat mir später erzählt, dass er zu seinem Priester gehen wollte, aber als er mich hat nach Hause kommen sehen, hieß es "Nein, Geo kann mir auch helfen"

Natürlich war es am Ende seine Mutter, die jede Nacht für ihren Sohn gebetet hat sowie im Besonderen die Kraft Jesu Christi, die ihn freigemacht hat und nicht ich!
Auch selbstredend, dass dieses Beispiel zeigt, dass wir christliche Gemeinden brauchen, die an die Kraft Gottes glauben und die von ihm verliehene Autorität einsetzen, anstatt hilflos mit den Achseln zu zucken und derart belastete Menschen zum Psychiater zu schicken. 

Der neue - alte Trevor

Ich habe mit dem Blogeintrag einige Zeit gewartet, um zu sehen, wie sich die Sache mit dem jungen Mann entwickelt, um nicht vorschnell etwas auszurufen, was keinen Bestand hat.

Aber noch immer ist Trevor ein liebenswerter junger Mann. Er raucht nicht mehr und viele andere Dinge, die ich nicht beschrieben habe, lässt er auch. Jetzt gerade, da ich schreibe, höre ich ihn nebenan lachen und mit seiner Familie scherzen. :-)

Zudem hat er eine gute Arbeit gefunden. Er arbeitet jetzt auf dem Flughafen George in der VIP-Lounge beim Empfang und stellt Speisen her - das was er gelernt hat.
Danke, Jesus!  
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Anmerkung: Die Menschen, die ich als geistlich belastet wahrnehme (oder welche Formulierung man auch wählen möchte) -auch Christen- haben/hatten, so weit ich beurteilen kann, eine Vorgeschichte von okkulter Verstrickung, Homosexualität, Missbrauch oder Süchten, durch die sie ein Tor für derart spirituelle Bedrückung öffneten.

Mittwoch, 24. November 2010

Neues vom treuen NISSAN oder: Das HB-Männchen lebt!

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Unlängst war ich mit Willie, den ich auf dem Missionstrip nach Lesotho kennenlernte, im Township Borchards unterwegs.

Links: Willie. Unser Enthusiasmus findet hier nur bedingt Widerhall :-)
Irgendwann hieß es "Einsatzende" und wir wollten wegfahren. Doch der treue NISSAN schaffte es nur 200 Meter bis zu seinem ultimativen Motorstillstand. AUS. Motorhaube auf. Achselzucken. Ratlosigkeit.

Nach einer Weile bot ein ziemlich herunter gekommener Herr, der sich später mit "Johnnyboy" vorstellte, seine Dienste als Autoelektriker an. Da ich eine Stunde lang vergeblich auf meinen bevorzugten Automechaniker Koos  wartete, schlug ich ein und Johnnyboy begann mit der Fehlersuche, nachdem Willie irgendwann seinen einstündigen Heimweg zu Fuß angetreten war.

Der Mann entpuppte sich:

Wer wird denn gleich in die Luft gehen?
1. als absoluter Fachmann. Sensationell. Nach insgesamt 5 Stunden und fast ohne Werkzeug, war die im Tank eingebaute, defekte Benzinpumpe notdürftig gegen eine neue Standardpumpe im Motorraum ausgetauscht und ich konnte wegfahren,

2. als die Person, die seit ich denken kann, die meisten Flüche und Schimpfworte benutzte,

3. als ungeduldig / gereizt / unbeherrscht  hoch 10.

Das gute alte "HB-Männchen" erschien leibhaftig vor mir zu stehen. Offensichtlich rauchte es/er jedoch die falsche Marke "Kette", denn sein Gemütszustand verbesserte sich zu keinem Zeitpunkt.

'Johnnyboy', 45 Jahre alt
Für den nächsten Tag wurde ich mit dem Fahrzeug einbestellt, um die Arbeiten zu Ende zu bringen und einen Motorservice machen zu lassen, wie es hieß.

Um 8.00 Uhr fuhr ich vereinbarungsgemäß im Township Parkdene, seinem Wohnort, vor, doch der Herr HB Johnnyboy frönte dem morgendlichen Alkoholkonsum in einer nahe gelegenen Spelunke.

Mit einigem Alkohol im Blut ging es trotz feinmotorischer Einschränkungen dennoch an die Arbeit. Dabei traten die vorgenannten Phänomene 1.-3. noch stärker zutage. Der Motor läuft nun besser als je zuvor!

Teilzerlegter Motor und Vergaser des treuen NISSAN
HB-J behandelte mich indes in den 6 Stunden unseres Zusammenseins an diesem Tag wie einen Deppen. Welch eine Herausforderung, ruhig zu bleiben. Nun gut. Vor 5 Jahren hätte ich dem Herrn 165 cm klein, 50 kg leicht, vielleicht was auf die Mütze geben wollen, doch die Äußerungen perlten auf wundersame Weise fast vollständig an mir ab. Welch eine Erfahrung! Danke Jesus.

Ich gewann zunehmend den starken Eindruck, dass Jesus genau diesen Mann erreichen möchte. So machte ich mir stattdessen Gedanken um das Seelenheil von HB-Johnny.

Irgendwann saßen wir im Auto und ich bat ihn um 5 Minuten seiner Zeit, um zuzuhören.

Ich habe angefangen zu erzählen und es wurde still im Auto. HB-J wurde einfach Johnny. Ohne HB-Syndrom, etwas bewegt und mir sehr sympathisch. Ich durfte sogar für ihn beten. In der Folge waren die Flüche deutlich weniger und manchmal entschuldigte er sich sogar, wenn ihm einer über die Lippen kam, ohne dass ich sein Verhalten zuvor je kritisiert hätte.

HB-J beim Ersatzteilkauf. Gleich legt er sich auch mit den Verkäufern an! ...
Für den nächsten Morgen, wieder für 08.00 Uhr, verabredeten wir uns, um zu reden.

Nun traf ich auf einen nüchternen, sehr verletzlichen, verwundeten Mann, der vom Leben enttäuscht ist und immens strauchelt.

Dass wir beide an diesem Morgen zusammen gebetet hatten und Johnny aus der Tiefe seines Herzens Hilfe bei Jesus gesucht hat, war für mich wie ein Wunder nach den vorangegangenen Erfahrungen mit ihm.

Für den Freitag Abend waren wir für den Gottesdienst verabredet, doch als ich in Parkdene eintraf, um ihn abzuholen, fand ich ihn wieder in der Spelunke. "Hättest du mich um 4 Uhr hier herausgeholt ... jetzt ist es zu spät".

Es ist also nicht immer alles einfach und flutscht, wie am Schnürchen. Ein paar Tage später war ich wieder bei ihm in der Spelunke. Er ist mir gegenüber lammfromm, doch das reicht nicht. Er sagt sogar, dass, seit wir uns trafen, mehr Aufträge kommen, als er abarbeiten könne. Das ist noch schöner, aber das reicht ebenfalls nicht.

Immerhin, ich bin sicher, der Anfang ist gemacht.

Ich möchte unaufdringlich dran bleiben, denn auch unser Treffen war kein Zufall.

Ach ja: Der treue NISSAN läuft und läuft und läuft.
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Dienstag, 23. November 2010

Neues von Alicia - Taufe und Geburtstag - Der Opa ist tot

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Letzte Woche, am Montag, wurde Alicia 16 Jahre alt.

Eine Riesenparty gab es nicht, aber sie legte Wert darauf, dass ich sie an diesem Tag besuche. So kam es dann auch.

Bäcker vor dem Herrn sind andere, aber nicht ich und so habe ich es vorgezogen, in einer Konditorei einen Kuchen für sie herstellen zu lassen.

Die 15 Jahre alte Nikoleja aus der Ekklesia, mit der ich immer wieder mal die Menschen in Silvertown besuche, hat ihr (und zusätzlich mir :-)) ebenfalls einen leckeren Kuchen gebacken. Lieb.

Und so hatten wir mit Instantkaffee-Ersatz aus der Thermoskanne eine kleine Feier im Grünen.

Auf dem Farmgelände bei Alicias Haus und mit Nikolejas Herzkuchen
Vor etwa 3 Monaten hatte ich Alicia wegen einer Wassertaufe angesprochen (sie hatte lediglich als glaubensunmündiges Baby in der Neuapostolischen Kirche eine traditionelle Hauptbenetzung erfahren).

Alicia hat ohne zu Zögern "JA" gesagt und so gab es vergangene Woche zunächst ein Taufvorbereitungsgepräch über Sinn und biblischen Hintergrund der Glaubenstaufe.

Heute war es dann schließlich soweit. Die Farm des befreundeten Ehepaares Clarence und Ingrid, Christen, die ein Bed&Breakfast namens 'African Sun' nahe George betreiben, war der Ort des Geschehens.

Clarence und Ingrid
(Erfolgreiches) Motto der beiden Herbergsleute: "Jeder der bei uns absteigt, und sei es nur für eine Nacht, hört das Evangelium von Jesus Christus!".

Er hat es gehört! Student aus Saudi-Arabien.
Vom Moslem zum Jesusjünger
Zurück zu Alicia: Nachdem das Mädchen aus dem Wasser kam, bzw. sich umgezogen hatte, sagte sie, dass sie sich sehr freue und "so sauber" fühle. Sie strahlte, ich fragte nach und sie sagte: "Von innen heraus sauber". Erstaunlich. Das hatte ich bei meiner Taufe nicht so intensiv erlebt.

Onkel Tienie ein weiteres Vorbild im Glauben, von der Güte Oli Rapers, bot mir vor ein paar Tagen an, eine seiner Taufbescheinigungen für Alicia auszufertigen, als ich ihm nebenbei von meinem Vorhaben erzählte.

'Oom' Tienie, gerade 80 geworden, doch noch taufrisch, wie ein 60-jähriger, war Arzt, Pastor, Missionar und Gründer/Leiter einer Bibelschule.

Dr. Martinus van Staden auf seinem 80. vor einem Monat
Oom Tienie leitet die Bibel- und Gemeinschaftsstunde(n), die ich samstags abends besuche. Wie Papa Oli hat er viel zu sagen und hat das richtige Herz ...

Abgeschweift. Wieder zurück zu Alicia: Da bekannt ist, dass Schwarze und Farbige gleichermaßen, auf jegliche Art von "Zertifikaten" und Urkunden stolz sind und sie tatsächlich aufhängen, nahm ich sein Angebot um des Mädchens Willen dankend an.

So sieht es aus, das wortgewaltige Papier :-):

Alicias Taufbescheinigung.
Wie für jeden, vielleicht aber in besonderer Weise wünsche ich mir für dieses Mädchen, dass es im Glauben wächst und ein Lichtträger in ihrem dunklen Umfeld wird. Dass sie trotz aller weltlichen Widerstände und Erschwernisse standhaft bleibt. Als Taufspruch kam mir daher 1.Korinther 9,23 in den Sinn:

"Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, um an ihm teilzuhaben."

Im Anschluss an die Taufe gingen Alicia und ich noch zu einer nahe gelegenen Selbstpflück-Erdbeerfarm auf ein Glas Erdbeersaft und ein Körbchen Obst. Auch gelungen. Ein sehr schönes, parkähnliches Setting, die Redberry-Farm.

Erdbeerfarm bei George-Blanco
Etwas länger zurück, nämlich Ende August 2010, liegt das Ableben von Opa Kiewiet aus NuDawn Park. Alicias einziger verbliebener Verwandter, der ihr nahe war, wie sie sagt.


Opa im Juli vor seinem Häuschen in der Crossandrastr.
Schreck!!! Eben fällt mir ein, dass ich am Tag vor seinem Tod noch am Krankenbett im Hospital war. Er konnte nicht sprechen und hing an allerlei Schläuchen. Was ich damals sagte, weiß ich nicht mehr, aber in meiner Eindimensionalität ging es sicher um Jesus. Schon der dritte "Fall" von Ableben nach meinem Krankenbesuch?!?!?

Eigentlich hätte ich laut Verwandtschaft auf der Beerdigung sprechen sollen. Allerdings bin ich heilfroh, dass ich mich dieser Bürde durch meine Abreise am gleichen Tag nach Zimbabwe entziehen konnte. Soviel man weiß, war Opa Kiewiet nicht gerettet. Was will man da sagen? Ich hätte keine gute Idee gehabt! In den Himmel schmusen wäre ausgefallen - und die Angehörigen brüskieren hätte ich auch nicht gemocht. 

Opa Kiewiet vor seinem Haus mit seinem Enkel Franzisko
Übrigens war mir damals ein Phänomen begegnet: Auf der Müllkippe hat mir Alicia unter Tränen erzählt, dass der Opa verstorben war. Bald darauf ist sie nach hinten weggekippt und war bewusstlos! Da lag sie nun auf dem Boden auf der Müllkippe. Was macht man denn da? Viele Augenpaare auf mich gerichtet. Ich hatte wenigstens eine Decke im NISSAN und Gebet.

Kaum war Alicia aus ihrer Bewusstlosigkeit erwacht, taumelte die Schwiegertochter in spe, also die Freundin des Sohnes Johannes und wurde ebenfalls bewusstlos und kippte ohne sich abzufangen, längs auf die Erde.


Schwiegertochter Lee Ashley wurde bewusstlos

Später habe ich verschiedene Leute gefragt, was denn das nun war.

Kulturelle Besonderheit? Schwache Nerven? Ergebnis: Nix genaues weiß man nicht.


Das war in gebotener Kürze:

- Neues von Alicia.

Die nächsten Folgen im Köcher:

- Neues von Trevor, dem Sohn meiner Vermieterin
- Neues von meinem Freund Samie von der Müllkippe
- Neues vom treuen NISSAN und dem unglaublichen HB-Männchen
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